
Zusammenhänge erkennen, verstehen lernen – bereits im Babyalter sollten Kinder ihre Umwelt begreifen. Spielen hilft am besten, die Sinne zu schulen.
Die Welt war noch nie so komplex wie heute, voll von Geräuschen, Menschen und Sinneseindrücken. Der Wunsch vieler Eltern, ihre Kinder bereits im Babyalter auf diese Welt vorzubereiten, ist da durchaus verständlich. „Alles, was in der heutigen Zeit als scheinbar unwichtig in der Entwicklung eines Babys und Kleinkinds abgetan wird, ist von wirklich entscheidender Bedeutung für das spätere Leben“, so Kinder-Physiotherapeutin und Autorin Monika Bauer. Die Umwelt wird für Kinder begreifbar durch engen Kontakt, Interaktion, Erprobung und Erfahrung – durch Spielen.
Spiel sollte um seiner selbst willen passieren, ohne äußeren Zwang. Babys erforschen und erobern ihre Umwelt durch das Spiel, sie setzen sich so mit ihrer Umgebung auseinander und lernen aus ihren täglichen Erfahrungen. Durch Spielen werden außerdem die Sinne geschult. Um beispielsweise die Sinnesleistung des Sehens gut entfalten zu können, ist es wichtig, dem Baby viele Anreize zur optischen Wahrnehmung zu bieten, ohne es zu überfordern. Obwohl das Gehör bereits ab dem 5. Schwangerschaftsmonat relativ gut entwickelt ist, brauchen Kinder für eine vollständige Ausreifung eine Vielfalt von Tönen, Geräuschen, Rhythmen und Worten. Auch der Geschmacks- und der Geruchssinn benötigen Anreize, um ausgebildet zu werden. „In der ersten Babyzeit ist der Mund die primäre Informationsquelle und der wichtigste Bereich zur Erforschung der Umwelt“, erklärt Monika Bauer.
Bis zu einem Alter von etwa 24 Monaten befindet sich das Baby in der so genannten sensomotorischen Phase. In den ersten vier Monaten bestimmen vor allem Zufallshandlungen und Beschäftigung mit dem eigenen Körper die Aktivitäten des Babys. In der Zeit zwischen dem vierten und achten Lebensmonat werden Abläufe aktiv wiederholt und variiert. Erst ab dem achten Monat werden vertraute Handlungsschemata auf neue Situationen angewandt, das Baby lernt, Dinge in Beziehungen zueinander zu setzen. Um das zwölfte Lebensmonat beginnt das Kind immer mehr, mit seinen körperlichen Möglichkeiten zu experimentieren. Da es sich jetzt selbstständig bewegen kann, erweitert es jeden Tag seine Erfahrungen und Erkenntnisse von der Umwelt.
Auf die sensomotorische Phase folgt mit ungefähr zwei Jahren die präoperative Phase. In diesem Abschnitt der Entwicklung beschäftigt sich das Kind vermehrt mit Symbol- und Parallelspielen, ab dem vierten Lebensjahr werden Partner-, Gruppen- und Rollenspiele bevorzugt, die immer realitätsbezogener werden. Sinnvolles Spielen bedeutet ein auf den Entwicklungsstand des Kindes abgestimmtes Spielen. Kinder sollten zwar gefördert, nicht aber überfordert werden. Das Buch von Monika Bauer geht auf jede Phase näher ein, erläutert, welche Spielmaterialien geeignet sind und gibt außerdem Anleitung zu 22 Babyspielen, die einfach nachzumachen sind und die den Eltern genauso viel Spaß machen, wie den Babys. Es zeigt, dass auch Materialien des alltäglichen Lebens genügend Anreize zum Spiel bieten, fernab vom kommerziellen Spielzeugangebot.
Autor: BabyExpress
Spielen_mit_Kindern_im_Babyalter-schwangerschaft.pdf [110,10 kB]
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