
In Österreich können Frauen ihr Kind gebären, ohne ihre Identität bekannt zu geben und es danach zur Adoption freigeben. Das Jugendamt sorgt in diesem Fall für die künftige Betreuung des Kindes. Das hat für die Mutter den Nachteil, dass sie niemals mehr eine Auskunft über ihr Kind erhalten kann. Jedes öffentliche Krankenhaus kann aufgesucht werden – an der Betreuung oder Nachbetreuung ändert sich nichts.
Verzweifelte Mütter, für die eine herkömmliche Adoption nicht in Frage kommt und auch keine anonyme Geburt, können ihr Baby unbeobachtet in das sogenannte Babynest (Wärmebett) legen, ohne dabei ihre Sorgepflichten zu verletzen. Beim Wärmebett befindet sich ein Stempelkissen, mit dem die Mutter einen Hand- oder Fußabdruck vom Baby mitnehmen kann. Die Mutter findet dort auch ein Info-Blatt mit einem Codewort. Mit dem Codewort kann sich die Mutter anonym nach dem Befinden ihres Kindes erkundigen.
Frauen haben auch die Möglichkeit in den letzten Wochen der Schwangerschaft unter geschützten Bedingungen zu leben, ihr Kind dann auf die Welt zu bringen und, wenn sie es immer noch wünschen, das Kind zur Adoption frei geben.
Obwohl sowohl Babyklappe, als auch anonyme Geburt sicher stellen sollen, dass keine Tötungen von Neugeborenen mehr vorkommen, sind sie nach wie vor sehr umstritten. Untersuchungen haben ergeben, dass es nicht zu einem Rückgang der Kindestötungen geführt hat, stattdessen nimmt die Zahl der anonym ausgesetzten Kinder zu. Babyklappen und Einrichtungen zur anonymen Geburt ermöglichen den Eltern, sich der elterlichen Verantwortung auf einfachste Weise zu entziehen.
Autor: Redaktion / Andrea
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