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Foto einer Frau die Ihre Temperatur misst | Unerfüllter Kinderwunsch: Schicksal Endometriose
Unerfüllter Kinderwunsch: Schicksal Endometriose

Unerfüllter Kinderwunsch: Schicksal Endometriose




Knapp 300.000 Frauen in Österreich leiden an Endometriose. Die Bagatellisierung reicht bis in die Arztpraxen, viel zu selten wird der Schmerzursache auf den Grund gegangen. Endometriose ist immer noch weitgehend unbekannt – obwohl 10 bis 15 Prozent der Frauen an der chronisch unheilbaren Krankheit mit allen psychischen und physischen Folgen leiden.

 

„Ich war allein im Büro, als es wieder einmal passierte. Der Schmerz kam von einer Sekunde auf die andere.“ Leise spricht Sandra Hnat-Gerersdorfer, fährt sich mit der Hand durch die Haare und nimmt wie zur Stärkung einen Schluck Kaffee. „Zuerst war es ein Stich, dann kamen die kalten Schweißausbrüche, ich habe gezittert und war unfähig aufzustehen. Ich konnte gerade noch meine Kollegin verständigen und die Rettung rufen.“ Seit 1999 kennt sie die Ursache: Endometriose. Die Symptome dieser Krankheit lassen sich leider nicht genau konkretisieren. „Endometriose ist eine sehr vielschichtige Erkrankung, die eine Fülle an Symptomen hervorrufen kann. Keines davon ist aber erkrankungsspezifisch, daher ist die Diagnose schwierig. Zusätzlich brauchen wir zur Feststellung der Krankheit eine Bauchspiegelung, die nicht leichtfertig eingesetzt werden darf“, erklärt Dr. René Wenzl, Spezialist für Endometriose im AKH Wien.

 

Einmal Hölle und zurück

„Durch die Diagnose wurde auch der Kinderwunsch immer drängender. Es ist so schmerzhaft, wenn der unendlich große Wunsch nach einem Kind in immer weitere Ferne rückt“, erinnert sich Sandra an die schwere Zeit. Gemeinsam mit ihrem Partner zog sie auch kurz eine Adoption in Betracht. Für ihren Mann wäre es kein Problem gewesen, aber Frau Hnat-Gerersdorfer wollte ihren Traum von einer Schwangerschaft nicht ohne Kampf aufgeben. Das erste Mal wurde sie im Krankenhaus Lainz operiert, Verwachsungen wurden gelöst, aber es gab keine wesentlichen Veränderungen am Zustand. Im Regelfall wird nach einer Operation für ein halbes Jahr eine Hormontherapie angestrebt: der künstliche Wechsel. Die Eierstockfunktion wird vollkommen unterdrückt und die Endometriose-Herde werden „ausgetrocknet“, was – zumindest für eine Zeit lang – die Schmerzen lindert. Für viele Frauen ein Albtraum, da die medikamentöse Hemmung der Hormonbildung einen Zustand wie in den Wechseljahren, mit Hitzewallungen, Abnahme der Knochenmasse und Stimmungsschwankungen erzeugt. „Bei Schmerzen ist eine nebenwirkungsarme Langzeittherapie gegenüber einer aggressiven Kurzzeitbehandlung zu bevorzugen.  Medikamente, die einen künstlichen ‚Schlaf‘ der Eierstöcke erzeugen und alle Formen der Gelbkörperhormone sind zur Zeit die attraktivsten Varianten. Dennoch bevorzuge ich es abzuwarten, ob eine Operation alleine eine ausreichende Schmerzlinderung erzielt hat,“ so Dr. Wenzl. Sandra Hnat-Gerersdorfer nahm das alles nicht den Mut: sie gründete eine Selbsthilfegruppe, um sich mit anderen Frauen auszutauschen, und mehr über diese Krankheit zu erfahren. In der Selbsthilfegruppe lernt sie eine Frau kennen, die ihr aus dem Insiderkreis der Patientinnen den Spezialisten Dr. René Wenzl vom AKH Wien empfahl, von dem sie sich 2000 auch operieren ließ. Dr. René Wenzl beendete die Hormontherapie und sanierte den ganzen Unterleib: ein neuer Hoffnungsschimmer und gleichzeitig ein Wettlauf mit der Zeit, denn bis zu einem halben Jahr nach einer Operation hat man die besten Chancen – wenn überhaupt – schwanger zu werden.




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PDF Unerfuellter_Kinderwunsch_Schicksal_Endometriose__-schwangerschaft.pdf [116,57 kB]

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