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Foto von einem Kind mit Teddybär beim Schlafen | Bettnässen
Bettnässen

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Irgendwann heißt es Abschied nehmen von den Windeln, denn das Kind hat den Topf entdeckt. Doch nicht immer bleibt das Bett trocken. Ursache für Einnässen können psychische oder organische Probleme sein.

 

Im Bett ist es so richtig nett. Aber nur dann, wenn die Matratze trocken bleibt. Bei Yvonne ist das leider nicht der Fall. Obwohl sie vier Jahre alt ist, trägt sie noch immer Windeln. Alle Versuche sie an das Töpfchen zu gewöhnen, scheiterten bisher. Die Eltern des kleinen Mädchens sind verzweifelt. Stimmt irgendetwas mit dem Kind nicht? Univ. Prof. Dr. Andreas Lischka, Vorstand der Kinderklinik Glanzing im Wiener Wilhelminenspital beruhigt: „Wenn das Kind vor dem Eintritt in die Schule auf den Topf gehen kann, ist alles in Ordnung. Manche Kinder brauchen eben ein bisschen länger.“ Nur eineinhalb Prozent aller Kinder haben auch noch später Blasenprobleme. Zumeist sind anatomische Veränderungen, die problemlos behandelt werden können, die Ursache. Auch psychische Probleme können schuld am Bettnässen sein. Speziell wenn ein Kind schon einmal trocken war und wieder einnässt, steckt dahinter in fast allen Fällen ein traumatisches Erlebnis. Gute Hilfe bietet in solchen Fällen eine kindergerechte Psychotherapie.

 

Wann werden Kinder trocken?

Eine Frage, die sich schon so manche Eltern gestellt haben: Wann wären Kinder eigentlich trocken, wenn sie nicht mit dem Topf vertraut gemacht werden würden? Die Antwort: Spätestens nach fünf Jahren könnten sie ihre großen und kleinen Geschäfte kontrollieren und trocken werden. Mädchen etwas schneller als Buben, denn sie sind aufgrund ihrer biologischen Funktion und Bauweise den gleichaltrigen Knaben in der Entwicklung voraus. Dieses Phänomen spiegelt sich auch im Trockenwerden wider. Gerade die Kontrolle über den eigenen Körper wird von den Kleinen nicht so schnell begriffen. Bis zum Alter von eineinhalb Jahren sind dem Kind die Ausscheidungen nicht bewusst. Es merkt nicht, dass es „muss“ und auch nicht, dass es in die Windeln macht. Und wenn es seine Ausscheidungen bemerken sollte, dauert es noch eine ganze Weile, bis es einen Zusammenhang zwischen dem Drang, den es gespürt hat, und dem Ergebnis herstellen kann. Manchen ist die feuchte Windel ab diesem Zeitpunkt unangenehm, erfahrungsgemäß gewöhnen sich diese Kinder schneller an den Topf.

Ob früher oder etwas später – geben Sie dem Kind unbedingt die Zeit, die es braucht. Und wie gewöhnen Sie das Kind ans Töpfchen? „Am idealsten durch Belohnungen“, so Lischka. Dadurch wird jede positive Handlung verstärkt. Das Kind merkt sich: Wenn ich in den Topf mache oder trocken bin, bekomme ich etwas dafür. Wichtig: Zu viel des Lobes macht aus dem Gang zum Töpfchen etwas Besonderes und ist genauso schlecht wie zu wenig – der goldene Mittelweg ist gefragt.

 

Schimpfen bringt gar nichts – Trockenwerden braucht seine Zeit

Keinesfalls sollten Sie dem Kind Druck machen oder mit ihm schimpfen. Die Kleinen verstehen diese Reaktionen nicht, reagieren darauf verwirrt oder trotzig. Es kann im schlimmsten Falle sogar zu einer Neurotisierung kommen. Motto: Nicht bestrafen, weil nichts passiert, sondern belohnen, weil etwas passiert. Beobachten Sie, ob sich Ihr Kind anders benimmt (Mimik, Gestik), wenn es in die Windel macht. Bemerken Sie Reaktionen, dann können Sie davon ausgehen, dass es sich des Zusammenhanges zwischen Drang und „Ergebnis“ bewusst ist. Der ideale Zeitpunkt, um es rechtzeitig auf den Topf zu setzen, ist gekommen. Lassen Sie es aber nie länger als einige Minuten am Topf sitzen, sonst werden die Zusammenhänge nicht erkannt. Natürlich wird es dem Kind nicht gelingen, sich gleich beim ersten Mal zu entspannen. Aber es wird immer leichter. Erklären Sie Ihrem Nachwuchs schon von Anfang an, um was es geht. Zeigen Sie ihm den Inhalt der vollen Windel und verdeutlichen Sie, dass „das“ in den Topf gehört. Naserümpfen und Ekelbezeugungen sind fehl am Platz, denn die Ausscheidung ist ein natürlicher, lebenswichtiger Vorgang.

 

Die zwei Formen des Bettnässen

Von Bettnässen (Enuresis) spricht man, wenn ein Kind jenseits des 6. Lebensjahres mindestens 2mal pro Woche einnässt. Man unterscheidet zwischen primärer und sekundärer Enuresis. Primäre Enuresis: Fortlaufendes Einnässen über das 6. Lebensjahr hinaus, ohne dass das Kind bereits trocken war. Sekundäre Enuresis: Erneutes Auftreten von Einnässen nach einer längeren trockenen Periode von mindestens sechs Monaten.

 

Autor: BabyExpress




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PDF Bettnaessen-schwangerschaft.pdf [111,84 kB]

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