
In früheren Zeiten war bei der Geburt oft eine ältere, erfahrene Frau anwesend, die Unterstützung und Sicherheit für die Gebärende bot. Heutzutage greifen viele Schwangere wieder auf diese alte Tradition zurück und nehmen zusätzlich zum Partner auch eine Doula mit in den Kreißsaal. Nicht nur für die werdende Mutter stellt die „Dienerin der Frau“, wie man das Wort Doula wortwörtlich übersetzen kann, eine große Hilfe dar. Auch Männer profitieren von ihrer Anwesenheit, wird so doch der gesellschaftliche Druck, unter dem viele Väter in spe stehen, reduziert. Die Geburtsbegleitung mit einer Doula steht für mehr Ruhe und gibt der Schwangeren Vertrauen. So verläuft die Niederkunft in angenehmer Atmosphäre und schon bald halten die stolzen Eltern ihren lang ersehnten Nachwuchs in den Armen.
Das Wort „Doula“ kommt aus dem Griechischen und lässt sich mit „Dienerin“ oder auch „Magd“ übersetzen. Als emotionale und physische Stütze begleitet sie die Frau während, bei und nach der Geburt. Durch ihre Anwesenheit wird der Partner entlastet und die Gebärende kann sich vertrauensvoll auf das Geburtsgeschehen einlassen. Als Vorraussetzung für die Ausübung des Berufes muss eine Doula selbst schon einmal geboren haben. Nur so kann sie sich in die Situation der Schwangeren hineinversetzen, sie hat dieselben Erfahrungen bereits am eigenen Leib gemacht. In Österreich und Deutschland ist die Geburtsbegleitung mit einer Doula noch nicht sehr bekannt, in der Schweiz wächst die Begeisterung für die Frauen, die bei der Niederkunft für das seelische und körperliche Wohlbefinden der werdenden Mutter zuständig sind, kontinuierlich. Organisiert sind Doulas seit 1992 in dem weltweiten Verein „DONA International“, der bis dato mehr als 7000 Geburts- und Wochenbett-Doulas als Mitglieder zählt. In Deutschland besteht bereits die Möglichkeit, sich als Doula ausbilden zu lassen.
Während der Schwangerschaft treffen sich die Mutter in spe und die Doula zwei bis drei Mal. Dabei kommen Wünsche und Ängste, aber auch offene Fragen in Bezug auf die Geburt zur Sprache. Eine telefonische Begleitung ist natürlich rund um die Uhr gewährleistet und gibt emotionale Sicherheit.
Beginnt die Geburt, steht die Doula beratend und unterstützend zur Seite. Mit ihrer Erfahrung und ihrem Wissen ist sie der gebärenden Frau eine große Stütze und auch der Partner darf sich einmal eine Pause gönnen. Er weiß seine Lebensgefährtin in besten Händen. Trotz ihrer Anwesenheit wird die Intimität zwischen dem Paar gewahrt, die Doula hält sich auf Wunsch im Hintergrund. In angenehmer Atmosphäre kommt das Wunschkind zur Welt, auf natürliche Weise und begleitend von großen Emotionen.
Einige Tage nach der Geburt oder wann immer die frischgebackene Mutter Hilfe benötigt, ist die Doula zur Stelle. Durch lange und intensive Gespräche wird das Geburtserlebnis verarbeitet. Die Organisation von Wochenbett und der kommenden Tage wird ebenfalls besprochen. Als Abschluss der Geburtsbegleitung mit einer Doula erhält die Jungfamilie einen persönlichen Geburtsbericht. Jetzt hat ein neuer Lebensabschnitt für Eltern und Kind begonnen.
Autor: Redaktion / Bernadette
Geburtsbegleitung_mit_einer_Doula-schwangerschaft.pdf [108,99 kB]
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