
Prinzipiell muss man wissen, dass jeder Kaiserschnitt eine nicht zu unterschätzende Narbe hinterlässt. Dabei geht es nicht primär um die sichtbare Hautnarbe, welche in der Regel ganz gut verheilt und meist von der Kosmetik her keine Probleme bereitet, sondern um die Narben der verschiedenen anderen, tiefer liegenden Gewebeschichten. Die gesamten Schichten der Unterhaut, die Faszie des Bauchfelles und die Gebärmutter selbst werden zusätzlich geschnitten, bzw. gerissen. Um die Narbe der Gebärmutter wieder zu nähen, muss die Gebärmutter aus der Bauchhöhle „gehoben werden“, was auch noch eine zusätzliche Dehnung auf das umliegende Gewebe verursacht.
Der Verschluss der Haut wird heutzutage in der Regel mittels einer fortlaufenden, sogenannten „Interkutannaht“ gemacht, die die Hautschichten bestmöglich aneinander legt. Das hat auch kosmetische Gründe.
Kaiserschnittnarben können problemlos ausheilen und bereiten in manchen Fällen keine Probleme mehr. In meiner Praxis beobachte ich allerdings immer wieder Narben, die in tiefen Schichten Verklebungen oder Verwachsungen aufweisen und solche, die bei Wetterumschwüngen, zum Teil heftig, ziehen. Auch sind die meisten Narben über einen gewissen Zeitraum, der bis zu 1 Jahr dauern kann, sehr berührungsempfindlich, bzw. manchmal auch stellenweise taub. Von den Frauen nach Kaiserschnitt wird auch immer wieder ein „Narbenbrennen“ beschrieben.
Mein Ansatz in der Narbenpflege geht dahin, dass ich in der Regel, nach einer genauen Befragung und einem genauen Befund der Narbe, folgende Behandlungsmaßnahmen einleite:
Bei Narben, die sichtbar schlecht heilen: Rescue-Salbe
Bei Narben, die Jucken, Ziehen oder sich taub anspüren: Energetische Salben (z.B.: APM-Salbe, Enercetica)
Bei alten Narben, die sich derb anspüren und unbeweglich erscheinen: Original IS-Narbenöl (zu beziehen über die Bahnhofsapotheke Kempten)
Zusätzlich lege ich in der Regel, nach äußerer Abheilung der Narbe, noch ein Kinesio-Tape an. Dies unterstützt den lymphatischen Abfluss und dient der Regulation des Gewebes.
Sollte sich keine Besserung einstellen, dann ist es notwendig, die Narbe energetisch noch zu entstören, bzw. mit Hilfe der Neuraltherapie zu unterspritzen.
Jede Narbe neigt zur Schrumpfung und Verkürzung. Narben, die den Körper in seiner Mobilität eingrenzen, können zu fortlaufenden Beschwerdebildern (z.B.: Rückenschmerzen oder Haltungsveränderungen, Regelbeschwerden, Organsenkungen oder Verdauungsbeschwerden) führen.
Autor: Monika Siller
Narbenpflege_Kaiserschnitt-schwangerschaft.pdf [112,46 kB]
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