
Pilzinfektionen in der Schwangerschaft betreffen viele Frauen, gehören behandelt, sind aber nicht gefährlich. Werden Pilzinfektionen nicht bemerkt, schadet dies dem Kind meistens gar nicht, es besteht aber ein leicht erhöhtes Fehl- und Frühgeburtsrisiko, wenn sich durch die Pilzinfektion gefährliche Keime im Genitalbereich ansiedeln. Besteht die Pilzinfektion noch zum Zeitpunkt der Geburt, kann die Pilzinfektion auf das Baby übertragen werden, wo sich die Pilze im Mund- und Darmbereich des Neugeborenen ansiedeln. Doch auch beim Neugeborenen sind Pilzinfektionen gut behandelbar.
Die Scheide der Frau bietet Pilzen einen idealen Nährboden und ist prinzipiell immer von Milchsäurebakterien und Hefepilzen – der so genannten Scheidenflora – besiedelt. Nur wenn das natürliche Gleichgewicht von Bakterien und Pilzen gestört wird, und die Pilze überhand nehmen, spricht man von einer Pilzinfektion. Durch die großen hormonellen Veränderungen während der Schwangerschaft kann dieses Gleichgewicht leicht ins Schwanken gebracht werden und Pilzen wird durch den angestiegenen Östrogenspiegel ein günstiges Klima zur Vermehrung geboten. Eine schwangere Frau hat ein etwa zehnmal höheres Risiko an einer Pilzinfektion zu erkranken als eine nicht schwangere Frau.
Pilzinfektionen machen sich normalerweise vor allem durch Juckreiz, Brennen, Schmerzen im Scheidenbereich und einem dicken, weiß-krümeligen oder übel riechenden Ausfluss bemerkbar. Wenn Sie den Verdacht haben, in der Schwangerschaft an einer Pilzinfektion erkrankt zu sein, teilen Sie dies ihrem Frauenarzt mit. Dieser kann die Pilzinfektion durch mikroskopische Untersuchung leicht feststellen und sie z.B. mit Scheidenzäpfchen behandeln.
Pilzinfektionen sind generell keine Geschlechtskrankheiten und haben auch wenig mit mangelnder Hygiene zu tun. Dennoch kann eine Pilzinfektion durch Geschlechtsverkehr, insbesondere aber durch Analverkehr, ausgelöst werden oder wenn Bakterien des Darms durch falsches Putzen in die Scheide geraten. Auch gemeinsames Nutzen von Handtüchern kann eine Pilzinfektion in der Schwangerschaft verursachen, oder unbedachtes Benutzen von öffentlichen Wellnessanlagen. Im Bereich Wellness können Sie sich aber sehr gut schützen, indem Sie sich in Dampfbad und Sauna auf ein mitgebrachtes, sauberes Handtuch setzen und Whirlpools vermeiden. Chlorwasser überträgt keine Pilzinfektionen.
Da sich Pilze in feuchtwarmem, süßen Milieu am liebsten vermehren, sollten Sie darauf achten, dass Sie nach dem Schwimmen sofort Ihre nasse Badebekleidung wechseln, nur luftdurchlässige Unterwäsche aus Naturfasern wie Baumwolle oder Seide tragen, keine Slipeinlagen benutzen und auch keine zu enge Unterwäsche tragen. Verzichten Sie weitgehend auf zuckerhältige Nahrung und übertreiben Sie es nicht mit der Intimpflege.
Autor: Redaktion / Birgit
Pilzinfektion_in_der_Schwangerschaft-schwangerschaft.pdf [109,52 kB]
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