
Schwangerschaft fördert die Vergesslichkeit. Dieser Zustand kann bis zu einem Jahr nach der Entbindung anhalten, dies ist wissenschaftlich erwiesen. Der Grad der Vergesslichkeit ist etwa vergleichbar mit dem Unterschied beim Erinnerungsvermögen einer 20-jährigen, gegenüber einer 60-jährigen Frau. Betroffen sind dabei das Kurzzeitgedächtnis und die Konzentrationsfähigkeit. Dabei wirkt sich diese Schwäche ausschließlich auf neue Informationen aus. Zum Beispiel Telefonnummern oder Namen. Auch die Verarbeitung mehrerer Informationen gleichzeitig bereitet Schwierigkeiten. Langfristig abgespeicherte Daten, wie zum Beispiel der Stundenplan eines älteren Kindes sind nicht betroffen.
Der Grund für diese Vergesslichkeit ist noch nicht abschließend erforscht. Wissenschaftler vermuten als Ursache Veränderungen des so genannten humanen Chloriongonadotropin (hCG)-Wertes. Dieser Stoff gelangt über die Blutbahn der Frau ins Hirn und wirkt dort in Arealen, die für das Gedächtnis zuständig sind. In der Praxis klagen Mütter, die mit einem Mädchen schwanger sind, viel häufiger über eine deutlich erhöhte Vergesslichkeit, als Mütter, die einen Jungen erwarten. Und tatsächlich ist erwiesen, dass die Konzentration des hCG-Wertes bei Müttern, die mit einem Mädchen schwanger sind, deutlich höher ist.
Das Phänomen der Vergesslichkeit wird jedoch auch mit Schlafmangel und erhöhtem Stress begründet. Dieser Zustand ist für die Stillzeit unter der Bezeichnung Ammenschlaf bekannt. Darunter versteht man, dass junge Mütter besonders leicht aufschrecken, wenn sie ihr Baby nur leise wimmern hören. Grundsätzlich nehmen wir Menschen (schwangere und nicht schwangere) selbst im Tiefschlaf, unter Betäubung und sogar im Koma Informationen aus der Umwelt auf. So sind wir fähig während des Schlafens bedeutsame lebenswichtige Signale von außen wahrzunehmen, die uns zum Aufwachen bringen. Diese Fähigkeit ist bei Müttern mit Kleinkindern deutlich verstärkt. Da Schlafphasen von Kindern und Erwachsenen stark von einander abweichen, reißen die Kleinen ihre Eltern häufig aus den erholsamen Tiefschlafphasen. Diese ständigen Unterbrechungen des Tiefschlafes verursachen nachlassende Gedächtnisleistungen. Es ist statistisch erwiesen, dass „Stillkinder“ tatsächlich häufiger wach werden, als „Flaschenkinder“. Als Tipp sei gesagt, schlafen Sie mit ihrem Kind im gleichen Raum, so kann sich der Schlafrhythmus von Kind und Eltern aufeinander einstellen.
Sollte die Vergesslichkeit überhand nehmen, so treten Sie ihr mit kleinen Hilfsmitteln entgegen. Führen Sie ein Notizbuch, in das Sie alles Wichtige eintragen können, führen Sie einen detaillierten Kalender, schreiben Sie vor jedem Einkaufen einen Einkaufszettel und legen Sie den Autoschlüssel immer an dieselbe Stelle. Verzweifeln Sie nicht an diesem Zustand der gesteigerten Vergesslichkeit. Sehen Sie es positiv, nehmen Sie die Vergesslichkeit als Laune der Natur, werdende Mütter nicht mit Nebensächlichkeiten des Alltags zu belasten. Schließlich dürfen Sie sich mit Ihrem Kind beschäftigen und das ist täglich eine neue Herausforderung.
Autor: Redaktion / Diana
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