
Für die Ägypter galt die Plazenta als der Sitz der Seele und zumindest in den herrschenden Familien wurde sie zu Lebzeiten des "Besitzers" aufbewahrt. Bei zeremoniellen Anlässen wurde eine Flagge, welche die Plazenta symbolisierte, schützend vor dem Pharao hergetragen.
Die Plazenta, auch Nachgeburt oder Mutterkuchen genannt, ist das wichtigste Versorgungsorgan im Vorgeburtsstadion und dient als Bindeglied zwischen der Mutter und dem Baby. Sie sucht sich Ihren Platz an der Gebärmutterwand und bildet sich an derjenigen Stelle, an der sich das Ei eingenistet hat. Sie wächst mit dem Fötus mit und hat als Atmungs- Ernährungs- und Ausscheidungsorgan für das Ungeborene ganz beträchtliche Arbeit zu leisten. Verbunden sind Baby und Plazenta über die Nabelschnur, worüber das Baby auch aus dem Blut der Mutter Sauerstoff, Nährstoffe und Flüssigkeiten bezieht, und Abfallprodukte aus dem kindlichen Organismus zurückleitet. Die beiden Blutkreisläufe sind durch eine dünne Membran voneinander getrennt. Die Plazenta besteht aus einem kindlichen Anteil (= Pars fetalis) und einem mütterlichen Anteil (= Pars materna oder Pars uterina).
Die Plazenta produziert die schwangerschaftserhaltenden Hormone und Immunstoffe zur Infektionsabwehr und wirkt als Filter, der das Baby gegen viele Krankheitskeime und Schadstoffe abschirmt - allerdings nicht so perfekt, wie lange angenommen wurde. Inzwischen weiß man, dass die dünne Membran, die in der Plazenta schützend zwischen mütterlichem und kindlichem Kreislauf liegt, bestimmte schädliche Substanzen durchlässt. Dazu gehören neben Alkohol und Medikamenten auch Stoffe wie Blei, Kadmium und Nickel, welche die Mutter über nicht einwandfreie Lebensmittel zu sich nimmt oder mit der Luft einatmet. Auch einige Krankheitserreger, u.a. von Röteln, Toxoplasmose und Lues, können ungehindert passieren. Die Hormone der Plazenta werden hauptsächlich im kindlichen Anteil der Plazenta gebildet und von dort vor allem in den mütterlichen Blutkreislauf abgegeben. Nikotin beeinträchtigt die Funktion des Mutterkuchens. Ihre Blutgefäße verengen sich, sodass das Baby nur unzureichend versorgt wird.
Die Plazenta wird ca. 15 Minuten, nach Geburt des Babys in der Nachgeburtsphase unter Wehen ausgestoßen und wiegt etwa 500 - 600 Gramm.
Autor: Redaktion / Katrin
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