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Foto von einem rosa gekleideten Baby | Klischees auf dem Prüfstand
Klischees auf dem Prüfstand

Klischees auf dem Prüfstand




Es ist immer wieder faszinierend, welche Weisheiten es bezüglich Kindererziehung in unserer Gesellschaft gibt. Besonders amüsant ist es immer dann, wenn Omi, Tante oder Frau XY von Nebenan mit irgendwelchen völlig veralterten Klischees junge Eltern belehren möchte, und sich dabei auch zu hundert Prozent sicher ist, dass diese stimmen müssen – auch wenn sie totaler Unsinn sind.

 

Wie bestimmt man das Geschlecht von einem ungeborenen Baby?

Besonders beliebt unter der Hitparade der bekanntesten Klischees sind jene, die großartige Unterschiede zwischen Jungs und Mädchen beschreiben, welche noch dazu bereits vorhanden sind, bevor Baby überhaupt das Licht der Welt erblickt. So zählen beispielsweise ein spitzer Bauch, starke Übelkeit und vermehrtes Sodbrennen in der Schwangerschaft zu den eindeutigen Hinweisen darauf, dass es ein Junge wird. Die Erfolgsquote solcher Prophezeiungen ist äußerst gering – für manche Menschen aus dem Verwandten- oder Bekanntenkreis Grund genug, mit Sicherheit ein Urteil über das Geschlecht des Ungeborenen fällen zu können. Nun ja! Wissenschaftler gehen heute davon aus, dass für den kleinen Unterschied nicht nur die genetische Veranlagung, sondern auch der Einfluss durch die Umwelt eine große Rolle spielt.



Aber nicht nur vor der Geburt gibt es eine ganze Menge angeblicher Hinweise auf das Geschlecht, sondern auch nach der Geburt gibt es unzählige Weisheiten, die Jungs und Mädchen angeblich so an sich haben. Ob es nun darum geht, dass alle Mädchen rosa lieben und alle Jungs blau, oder ob Jungs von Natur aus lieber mit Bällen spielen, wilder sind und mehr an Mami hängen und Mädchen im Gegensatz dazu eher als Papi – Anhänger gelten und dafür kreativer sind – die Palette ist bunt und lässt nahezu keine Wünsche offen. Es geht sogar so weit, dass vielfach behauptet wird, Jungs und Mädchen bräuchten eine unterschiedliche Erziehung.

 

Experten meinen hierzu folgendes: In der Regel erziehen Eltern ihre Töchter und Söhne ohnehin nicht gleich, auch wenn sie sich vielleicht Mühe geben. „Das läuft häufig ganz unterschwellig ab“. „Jungen und Mädchen brauchen aber auch nicht gleich zu sein, sondern sollten vor allem die gleichen Chancen haben, sich zu entwickeln.“ Viel wirksamer, als die Art des Spielzeugs, sei das Verhalten der Eltern. Denn sie sind es, die in erster Linie ihre Kinder prägen.

 

Deshalb sollten Sie vielleicht nicht alle noch so klug klingenden Weisheiten für bare Münze nehmen, sondern in erster Linie nach Ihrem Gefühl handeln, denn Sie lieben Ihr Kind und da sagt Ihnen Ihr eigenes Gefühl in den meisten Fällen schon das Richtige! Machen Sie Ihre eigenen Erfahrungen und legen Sie nicht allzu viel Wert auf besserwisserische Ratschläge – von wem diese auch immer kommen mögen.

 

Autor: Redaktion / Katrin




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Die fachliche Qualität dieses Artikels wurde für Sie überprüft
vom Österreichischen Hebammengremium
www.hebammen.at


PDF Klischees_auf_dem_Pruefstand-schwangerschaft.pdf [107,09 kB]

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