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Die verschiedenen Arten der Geburt

Es gibt viele Wege, auf denen ein neues Leben das Licht der Welt erblicken kann, daher möchten die meisten Schwangeren so viel wie möglich über die verschiedenen Arten der Geburt erfahren. Anhand der auf diese Weise gesammelten Informationen können sie schon vor der eigentlichen Geburt festlegen, welche Möglichkeit zur Entbindung ihnen am meisten zusagt. Eines sei dabei jedoch gleich vorweg angemerkt: Keine Geburt ist wie die andere, genau wie jede werdende Mutter sich von anderen Schwangeren unterscheidet. Daher sollten nicht nur die angesammelten Informationen über die verschiedenen Arten der Geburt bei der Entscheidungsfindung den Ausschlag geben, sondern vor allem das eigene Bauchgefühl.

Übrigens: Eine Entbindung lässt sich sowieso nicht bis ins kleinste Detail im Voraus planen – auch die eifrig vorbereitete Wassergeburt muss beispielsweise dem Kaiserschnitt den Vorrang lassen, wenn der Zustand des Kindes sich während der Wehen negativ verändert.

Die verschiedenen Arten der vaginalen Geburt

Grundsätzlich ist die vaginale Geburt – auch „Spontangeburt“ genannt – die von der Natur vorhergesehene Möglichkeit, durch die neues Leben das Licht dieser Welt erblickt. Das Baby wird dabei von der Gebärmutter aus in den Geburtskanal gedrückt, um anschließend, im Idealfall mit dem Kopf voran, durch die Vagina der Gebärenden auf die Welt geholt zu werden. Die perfekte Basis für die vaginale Geburt ist unter anderem auch die richtige Lage des Kindes – liegt das Baby mit dem Kopf in Richtung Becken und längs entlang der Wirbelsäule der Mutter, wird von einer „Schädellage“ gesprochen. Die Schädellage ist die häufigste Position kurz vor der Entbindung und birgt die wenigsten Risiken für Mutter und Kind. Dreht sich das Baby während der Schwangerschaft nicht, so dass das Kind mit den Füßen voran in Richtung Becken zeigt, spricht man von der „Beckenendlage“. Diese Lage kann zum Ausschlusskriterium für die Spontangeburt werden, da es während der Entbindung aufgrund der veränderten Position zu einer Sauerstoffunterversorgung des Babys kommen kann.Was Sie tun können, damit sich das Ungeborene noch in die richtige Position bewegt und was gegen die Angst vor der Geburt hilft, können Sie hier lesen.

Hat sich das Baby jedoch während der Schwangerschaft im Leib der Mutter gedreht, so dass es sich in der Schädellage befindet, kann sich die werdende Mutter auf eine Spontangeburt vorbereiten. Eine der ersten Entscheidungen, welche die Mutter in Bezug auf diese Art der Entbindung treffen muss, ist die der bevorzugten Location. Natürlich ist für viele Schwangere das Krankenhaus die erste Wahl, wenn es darum geht, das eigene Kind gesund und sicher zur Welt zu bringen. Zwar sind die sterilen Räume mit dem strengen Geruch nach Desinfektionsmitteln nicht besonders gemütlich oder gar heimelig zu nennen, dennoch beruhigt der Gedanke an die anwesenden Ärzte, Hebammen und technischen Hilfsgeräte viele werdende Mütter mehr, als die Vorstellung einer Entbindung innerhalb der eigenen vier Wände. Ganz von der Hand zu weisen ist dieser Vorteil natürlich nicht – sollten sich plötzlich unter der Geburt Komplikationen einstellen, welche das Leben von Mutter und Kind gefährden könnten, sind im Krankenhaus meist direkt Ärzte, ein Operationssaal und ein kompetentes OP-Team zur Stelle, um die Entbindung sicher zu Ende zu bringen.

Dennoch entscheiden sich immer mehr Frauen dafür, ihr Kind in einem Geburtshaus oder direkt im eigenen Heim zu entbinden. Geburtshäuser sind eine relativ junge „Idee“, erfreuen sich aber zunehmender Beliebtheit. Meist werden diese Einrichtungen von einem Team aus Hebammen geleitet, dessen Ziel es ist, werdende Mütter in der gesamten Zeit – von der festgestellten Schwangerschaft an bis zur Phase nach der Geburt – zu begleiten und mit Informationsabenden, Geburtsvorbereitungskursen und fachlicher Hilfe bei den ersten Schritten ins neue Familienleben zu unterstützen. Während der Geburt ist stets eine Hebamme anwesend, um die werdende Mutter sanft und behutsam durch die Wehen und den Vorgang der Entbindung zu führen.

Auch während einer Hausgeburt sollte stets eine Hebamme anwesend sein, um die Entbindung fachlich kompetent zu begleiten und im Ernstfall jene Maßnahmen einzuleiten, welche das Leben von Mutter und Kind schützen können. Eine Geburt in den eigenen vier Wänden wird von modernen Frauen der Industriestaaten oft mit Skepsis betrachtet, obwohl die Hausgeburt noch bis weit ins 20. Jahrhundert hinein die gängigste Art der Entbindung war. Aufgrund der immer besser ausgebauten medizinischen Infrastruktur wurde die Hausgeburt jedoch plötzlich zum „Exoten“ unter den verschiedenen Arten der Geburt und gerät erst seit Kurzem wieder in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses.Dies ist auch gut so, denn die Vorteile einer Hausgeburt sprechen für sich:

  • Die Schwangeren erleben Ruhe fernab der Hektik des Krankenhausalltags
  • Das eigene Heim vermittelt mehr Geborgenheit als weiße Krankenhauswände
  • Der stressige Weg ins Krankenhaus entfällt
  • Eine Hebamme ist die ganze Zeit anwesend (keine Umgewöhnung durch Schichtwechsel)
  • Werdende Mütter können sich frei bewegen
  • Mehr Privatsphäre (keine mehrfach belegten Krankenhauszimmer)
  • Geburtsvorgang ist wesentlich natürlicher (ohne wehenfördernde Mittel, etc.)
  • Partner, Geschwister und anderen Familienmitglieder können einbezogen werden

Für welche Location sich die werdende Mutter auch immer entscheidet, bleibt ganz allein ihr und ihrem Gefühl überlassen. Wichtig ist jedoch, dass während der gesamten Entbindung stets eine Hebamme anwesend sein sollte, um eventuell auftretende Risiken zu erkennen und entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten. Dann steht der spontanen Geburt eigentlich nichts mehr im Wege.

Will man sich über die verschiedenen Arten der Geburt informieren, liest man oft Ausdrücke wie „natürliche Geburt ohne Hilfsmittel“. Eine Entbindung lässt sich also noch auf andere Arten differenzieren als in Bezug auf die gewählte Location. Eine natürliche Geburt kann im Liegen, im Stehen oder in einer Wanne mit warmem Wasser stattfinden und bedarf keinerlei Hilfsmittel, um das Baby fachgerecht zu entbinden. Manchmal kann es jedoch nötig werden, technische Hilfsmittel einzusetzen, um die begonnene Geburt zu Ende zu bringen. In diesen Fällen kommt es daher zur „Zangengeburt“ oder zur „Saugglockenentbindung“. Sollte also während der Entbindung ein Stillstand eintreten – beispielsweise hervorgerufen durch die totale, körperliche Erschöpfung der Mutter – wird eine der beiden Methoden angewendet.

Alle bisher aufgeführten Methoden zur Entbindung führen dazu, dass das Kind vaginal geboren werden kann. Um auf jede der verschiedenen Arten der Geburt einzugehen, sollte jedoch auch die operative Methode zur Entbindung aufgeführt werden – der Kaiserschnitt.

Der Kaiserschnitt – die Rettung in gefährlichen Geburtssituationen

Einen Kaiserschnitt bei einer Schwangeren anzuwenden bedeutet, das Kind der Gebärenden auf operativem Weg das Licht der Welt erblicken zu lassen. Die Schwangere wird zunächst einmal narkotisiert; anschließend kann der Unterbauch durch einen kleinen Querschnitt geöffnet werden, um den Weg zur Gebärmutter freizugeben. Auch diese wird geöffnet, um an das Kind gelangen zu können. Nach der Entbindung wird die Plazenta vollständig aus der Gebärmutter entfernt und das durchtrennte Gewebe wieder genäht. Insgesamt benötigt ein Arzt kaum 30 Minuten für einen Kaiserschnitt.

Ein Kaiserschnitt kann notwendig werden, wenn das Leben von Mutter oder Kind durch eine natürliche Geburt in Gefahr gebracht werden würde oder es während der Spontangeburt zu ernsthaften Komplikationen kommt. Abseits dieser medizinischen Indikationen werden jedoch immer häufiger die – durchaus umstrittenen und heftig diskutierten – Wunschkaiserschnitte durchgeführt. Diese Eingriffe geschehen meist auf Wunsch der Mutter oder beider Elternteile. Die Gründe für diese Entscheidung sind vielfältig und reichen von der Angst vor den Schmerzen der vaginalen Geburt bis hin zu einem speziell ins Auge gefassten Geburtstermin für das Kind.

Kaiserschnitte können unter Vollnarkose oder unter Zuhilfenahme einer rückenmarksnahen Regionalanästhesie durchgeführt werden. Der Vorteil der zweiten Methode besteht darin, dass die Mutter während des Eingriffs bei vollem Bewusstsein ist und ihr Kind direkt nach der Entbindung sehen kann. Desweiteren darf der werdende Vater bei dieser Form der Narkose während des Eingriffs im Operationssaal anwesend sein. Erhält die Schwangere jedoch eine Vollnarkose, muss der werdende Vater außerhalb des OPs warten.

Welche Methode der verschiedenen Arten der Geburt von der werdenden Mutter bevorzugt wird, spielt im Endeffekt jedoch keine Rolle. Alles, was wirklich zählt, ist der berauschende Moment, in dem sie ihr Neugeborenes zum ersten Mal in den Armen halten und auf dieser Welt begrüßen darf.

 

Fotocredit: Natalia Deriabina/Shutterstock.com

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