folsäure

Folsäure während der Schwangerschaft

Folsäure ist ein Vitamin, das zur Gruppe der B-Vitamine gezählt wird. Im Körper ist es besonders wichtig für die Herstellung von Proteinen und zum Aufbau des genetischen Materials (der DNS). Deshalb wird Folsäure speziell für alle Wachstums- und Zellteilungsprozesse benötigt. Die meistens Frauen sind sich bewusst, wie wichtig die Folsäure während einer Schwangerschaft ist. Oft wird aber übersehen, dass Folsäure bereits bei Kinderwunsch von entscheidender Bedeutung ist. Nur 7% der Frauen, die eine Schwangerschaft planen, nehmen zusätzlich Folsäure zu sich.

 

Vitamine in der Schwangerschaft „für Zwei“ essen!

Neben Folsäure in der Schwangerschaft benötigt das Ungeborene für eine optimale Entwicklung noch weitere Vitamine und Mineralstoffe. Und so wählt man am besten schon vor der Schwangerschaft ein hochwertiges Vitaminpräparat, das nicht nur das lebenswichtige Vitamin B9 – die Folsäure – enthält, sondern darüber hinaus Mutter und Kind mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt. Dabei ist besonders auf eine natürliche Herkunft der Inhaltsstoffe in Vitaminpräparaten zu achten. Synthetisch hergestellte Wirkstoffe verschlechtern die Aufnahme der lebenswichtigen Vitamine, Mineralien und Spurenelemente. Hervorzuheben ist die richtige Dosierung von Vitamin A, die für Schwangere bei 1,1 mg pro Tag liegt. Wird in der Zeit vor der Geburt zu wenig Retinol aufgenommen, kann sich dieser Mangel negativ auf die weitere Entwicklung des Fötus auswirken. Bei Folsäure und weiteren Nährstoffen aus der Natur darf die werdende Mutter gerne „für Zwei“ essen! Unterstützt sie damit doch das Wachstum und die Entwicklung ihres kleinen Lieblings.

 

Folsäure in der Nahrung schnell bis zu 90% zerstört

Obwohl sich Folsäure in vielen Lebensmitteln findet, ist es nicht einfach eine ausreichende Menge aufzunehmen. Folsäure ist extrem anfällig und wird durch industrielle Lebensmittelverarbeitung, Lagerung und Zubereitung zerstört. So kann längeres Kochen von Gemüse den Gehalt an Folsäure um 50-90% reduzieren.

 

Jungen und erwachsenen Frauen werden täglich 400 µg Folsäure empfohlen. Doch die durchschnittliche Aufnahme liegt um die Hälfte darunter. Da der Körper nur kleine Mengen an Folsäure speichern kann, führt eine folsäurearme Ernährung innerhalb weniger Wochen zu einem ungenügenden Folsäure-Status, der sich aber meist nicht in Form einer Mangelerkrankung zeigt. Anzeichen eines Folsäuremangels sind Anämien, ein geschwächtes Immunsystem, Entzündungen im Mund oder in der Darmschleimhaut sowie Reizbarkeit, Nervosität und Gedächtnisschwäche. Langfristig wird die geringe Folsäurezufuhr für einen erhöhten Homocysteinspiegel, das Entstehen von Arteriosklerose und das Auftreten von psychischen Erkrankungen mit verantwortlich gemacht.

 

Während der Schwangerschaft ist der Bedarf an Folsäure aufgrund des schnellen Wachstums des Babys stark erhöht. Da die empfohlene tägliche Menge von 600 µg – 800 µg mit der Nahrung nur schwer aufgenommen werden kann, wird eine zusätzliche Zufuhr von Folsäure in der Schwangerschaft empfohlen, um Schäden am Kind zu vermeiden. Insbesondere der gefürchtete offene Rücken (Spina bifida) beim Kind soll durch eine gesicherte Folsäure-Zufuhr verhindert werden. Deshalb raten Gynäkologen den Schwangeren zu einer Folsäure-Nahrungsergänzung. Was oft übersehen wird: Das Neuralrohr schließt sich beim Fötus bereits zwischen dem 22. und dem 28. Tag einer Schwangerschaft. Zu diesem Zeitpunkt ist die Schwangerschaft aber noch nicht bekannt.

 

Folsäure-Versorgung bereits beim Kinderwunsch erhöhen

Wichtig ist deshalb eine ausreichende Folsäure-Versorgung bereits vor der Empfängnis. Frauen, die eine Schwangerschaft planen, müssen bereits frühzeitig Folsäure zu sich nehmen, um das Risiko für Fehlbildungen wie Spina bifida, Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten und Gehirnfehlbildungen zu minimieren. Zudem erhöht eine ausreichende Folsäureversorgung die Fruchtbarkeit von Frauen – und auch von Männern.

 

Autor: Dipl.-oec.-troph.-univ. Barbara Fäth-Neubauer

Fotocredit: wavebreakmedia/Shutterstock.com

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