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Schwangerschaftsgymnastik vor der Geburt

Der Begriff der Schwangerschaftsgymnastik stammt noch aus einer Zeit, in der man begonnen hat, Schwangere auf die Geburt mit isolierten „Übungen“ vorzubereiten und ihnen eine besondere Form der Bewegung anbieten wollte. Heutzutage versuchen Schwangere sehr oft, ihre sportliche Betätigung, in abgeschwächter Form, weiter zu führen oder lassen sich in ihrem Fitnesscenter oder in ihrer Gymnastikgruppe beraten.

 

Selbstverständlich gibt es Einschränkungen oder Vorsichtsmaßnahmen, über die eine Kursleiterin von Geburtsvorbereitungskursen Bescheid wissen sollte, dennoch weiß man, dass die Schwangerschaft keine Krankheit, sondern lediglich ein besonderer Lebensabschnitt der Frau darstellt. Eine schwangere Frau spürt ziemlich schnell, welche Übungen ihr gut tun und welche nicht, deswegen regulieren sich solche Anfragen, wie lange man welche Gymnastik oder andere sportliche Tätigkeiten durchführen darf, meist von selbst.

 

Schwangerschaftsgymnastik vor der Geburt

Die Aufgabe von Fachpersonen, wie Hebammen oder spezialisierten Physiotherapeutinnen, besteht im Bereich der „Schwangerschaftsgymnastik“ vor allem darin, den Frauen beratend zur Seite zu stehen und im Rahmen der Geburtsvorbereitung Bewegungen zur Mobilisation von Brustwirbelsäule, Becken und Hüftgelenken sowie Übungen zur Vertiefung der Atmung anzubieten, welche dann unmittelbar positiven Einfluss auf den Geburtsverlauf haben. Ich sehe die Aufgabe in der Geburtsvorbereitung auch im Anleiten von möglichen Entspannungs- und Körperwahrnehmungsübungen sowie in der Anleitung beckenboden-schonender Gebärstellungen. Diese müssen auch mit dem Partner geübt und harmonisiert werden. Von Gymnastik ist dieses Verständnis der Geburtsvorbereitung aber weit entfernt.

 

Gute „Schwangerschaftsgymnastik“ ist aber in jedem Fall:

  • Schwimmen und Bewegen im Wasser
  • Spazieren, Nordic walking
  • Sanfte Körperarbeit, mit Schwerpunkt Körperwahrnehmung
  • Beckenbodenarbeit

Weniger gern empfehle ich als „Schwangerschaftsgymnastik“:

  • Yoga (sofern es nicht auf Schwangere adaptiert wird! Im klassischen Yoga sind die Dehnungen zu intensiv auf das weiche Gewebe und es kann zu dauerhaften Schäden in Form von Instabilitäten und Gelenksfehlstellungen kommen).Nichts einzuwenden ist hingegen gegen spezielles Yoga für Schwangere, bzw. jede Form der Atemarbeit aus dem Yoga.
  • Sportarten, die Stoßbelastungen zeigen (Reiten und Skifahren)
  • Sportarten, die die Gefahr von Verletzungen und Unfällen in sich bergen

Mir ist in meiner Arbeit mit den Schwangeren wichtig, dass eine Schwangere nicht das Gefühl hat, sie müsse jetzt, nur weil sie schwanger ist, besonders sportlich werden. Und dass Frauen, die immer sportlich waren, nicht sofort bei „Bekannt werden“ der Schwangerschaft, von ihrer sportlichen Tätigkeit in die Schwangerschaftsgymnastik wechseln müssen. Das gute Gefühl für den eigenen (schwangeren) Körper steht im Vordergrund!

 

Schwangerschaftsgymnastik vor der Geburt.docx [15 KB]

 

Autor: Monika Siller

Fotocredit: Syda Productions/Shutterstock.com

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