Wenn Papa geht – Trennung in der Schwangerschaft

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Wenn Papa geht – Trennung in der Schwangerschaft

Werdende Väter, die ihre schwangere Partnerin verlassen, tun dies aus individuellen Gründen. Nicht der richtige Zeitpunkt, zu jung oder zu alt. Manche befürchten auch, dass das Kind ihr Leben einschränken könnte und sie mit den finanziellen Mitteln nicht klarkommen.
Andere haben Angst vor Veränderungen im sexuellen Bereich. Es gibt durchaus auch Männer, die mit den Schwangerschaftsbeschwerden wie Übelkeit, Stimmungsschwankungen, häufiges Heulen oder dem Nestbautrieb, nicht fertig werden und die Flucht ergreifen.

Einfluss auf die Entwicklung des Kindes

Väter haben einen positiven Einfluss auf den Verlauf der Schwangerschaft und können schon Kontakt zum Baby im Mutterleib aufnehmen. Das Baby kennt die Stimme des Vaters und genießt Massagen des Babybauches. Studien zeigen, dass sich Kinder mit einem engagierten und liebevollen Vater besser entwickeln. Sie werden selbständiger, kompetenter und weniger ängstlich, haben bessere Noten, sind beliebter und zufriedener als Kinder, die ihren Vater nicht oder nur aus der Ferne kennen.

Wie auch immer Ihre gemeinsame Entscheidung aussieht, bedenken Sie: Vielleicht stellt sich das, was anfangs wie eine große und unerwünschte Last im Leben scheint, letztendlich doch als großes Glück dar. Machen Sie keine überstürzten Handlungen, sprechen Sie mit Ihrem Partner über Ihre Gefühle und über mögliche Konsequenzen. Bedenken Sie, dass die Situation auch für Ihren Partner eine große Herausforderung darstellt und lassen Sie sich auf keinen Fall zu einer Abtreibung zwingen.

 

Nehmen Sie Hilfe an

Trauer und Wut bestimmen häufig das Gefühlsleben von Schwangeren, die in dieser Situation von ihren Männern verlassen wurden oder gezwungen waren, diese zu verlassen. Oftmals mobilisieren Frauen in dieser Zeit ungeahnte Kräfte, kämpfen für sich und ihr Kind. Andere aber sind tief in ihre Probleme verstrickt und fragen sich, wie sie ihr Kind durchbringen sollen, plagen sich mit Schuldgefühlen gegenüber dem ungeborenen Wesen. Hier kann es durchaus ratsam sein, therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Jemand der zuhört und nicht wertet – das hilft dabei, Ihr inneres Chaos zu sortieren und Bewältigungsstrategien sowie Lösungsperspektiven zu erkennen. Die nicht geplante Schwangerschaft, die vielleicht im Nachhinein angezweifelte Entscheidung gegen eine Abtreibung oder das Gefühl des völligen Alleinseins und der daraus resultierende Stress können mithilfe einer Therapie abgebaut werden. Wenn Sie schwanger und alleine sind, sollten Sie sich nicht scheuen, Hilfe in Anspruch zu nehmen. So kann es Ihnen gelingen, Wege aus der Krise zu finden, die Situation anzunehmen und sich trotz aller Widrigkeiten auf das Baby zu freuen.

 

Text: Lisa Beneder

Fotocredit: Olena Yakobchuk/Shutterstock.com

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