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Risikoschwangerschaft: Schwanger unter 20

Welche Risiken Teenie-Mütter zu erwarten haben

Grundsätzlich steigt das durchschnittliche Alter einer Erstgebärenden in Österreich von Jahr zu Jahr an. Trotzdem bleiben Schwangerschaften unter 20 nicht aus. Wer vor dem 20. Geburtstag schwanger wird, gilt automatisch als Risikoschwangerschaft. Ob gewollte Schwangerschaften oder nicht, mit diesen Risiken müssen Sie als junge werdende Mutter vermehrt rechnen.

Frühgeburt

Schwangere im Alter von 14 bis 17 Jahren haben laut einer irischen Studie ein höheres Risiko einer Frühgeburt und bringen häufiger untergewichtige Kinder zur Welt als ältere Teenager und Frauen über 20.

Bei den unter 17-Jährigen wird das Risiko am höchsten eingeschätzt. Es liegt laut Studie beim ersten Kind um 21 Prozent höher als bei den älteren Müttern. Bei der zweiten Geburt wird es sogar um 93 Prozent höher. Als Frühgeborene gelten Kinder, die vor 37. Schwangerschaftswoche zur Welt kommen.

Die Ursache für das erhöhte Risiko einer Frühgeburt bei Schwangeren unter 20 ist noch unklar, es wird jedoch vermutet, dass es mit einer noch biologischen Unreife zu tun hat. Weitere Hintergründe können sein, dass Schwangerschaften unter 20 häufig nicht gewollt waren und die junge werdende Mutter sich demnach nicht in dem Ausmaß schont und ihren Lebensstil an die Schwangerschaft anpasst wie eine ältere Schwangere.

Präeklampsie

Die Präeklampsie ist eine ernste Erkrankung schwangerer Frauen. Sie zählt zu den sogenannten hypertensiven Schwangerschaftserkrankungen. Das sind Erkrankungen mit Bluthochdruck in der Schwangerschaft. Frauen mit Präeklampsie haben zudem Eiweiß im Urin und Wasseransammlungen im Gewebe.

Die genaue Ursache der Präeklampsie ist nicht geklärt. Es gibt verschiedene Ansätze zur Entstehung von Präeklampsie. Vermutlich liegt eine gestörte Anpassung des mütterlichen Organismus an die Schwangerschaft vor.

Besteht der Verdacht auf eine Präeklampsie, sind engmaschige Kontrollen notwendig. Ab Blutdruckwerten von 150/100mmHg erfolgt die Behandlung und Überwachung stationär im Krankenhaus.

Bei einer leichten Präeklampsie vor der 36. Schwangerschaftswoche besteht die Therapie aus Ruhe und körperlicher Schonung . Die Schwangere erhält außerdem eine eiweißreiche Wunschkost und sollte ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Ihr Zustand und der ihres Kindes werden engmaschig ärztlich überwacht.

Wochenbettdepression

Das Risiko für Schwierigkeiten endet nicht mit der Geburt. Schwangere unter 20 leiden öfter an Wochenbettdepression als  ältere Mütter. Dies hängt meistens mit der Tatsache zusammen, dass die Mutterschaft plötzlich real wird und sich der Teenager seiner eigenen Grenzen bewusst wird. Plötzlich wird klar, dass man selbst noch ein halbes Kind ist und sich den Aufgaben einer Mutterschaft nicht gewachsen sieht. Ein starker familiärer Rückhalt für die junge Mutter ist entscheidend.

Eine Depression kann einen Teenager auch nach einem Schwangerschaftsabbruch einholen, wenn der Verlust des verlorenen Babys bewusst wird und sich der Teenager Vorwürfe macht und ihn Selbstzweifel einholen.

Was bedeutet Risikoschwangerschaft?

Erstgebärende unter 20 Jahren gelten automatisch als Risikoschwangere. Das liegt daran, dass so junge werdende Mütter häufiger zu hohem Blutdruck und Blutarmut.

Schwangere unter 20 Jahren sind außerdem etwas stärker gefährdet, vorzeitige Wehen zu bekommen. Auch Präeklampsie, Mangelentwicklungen oder Frühgeburten treten bei so jungen Müttern etwas häufiger auf. Dank sorgfältiger medizinischer Überwachung müssen sich aber auch sehr junge Schwangere nicht übermäßig Sorgen um ihre Schwangerschaft und das Kind machen.

Meist sind die Routineuntersuchungen beim Gynäkologen engmaschiger und nicht wie bei risikärmeren Schwangerschaften alle vier bis sechs Wochen. Ergeben sich bei diesen Untersuchungen Unstimmigkeiten, werden weitere Tests auf Kosten der Krankenkasse durchgeführt.

Die geburtshilfliche Vorbereitung ist bei einer Risikoschwangerschaft besonders wichtig. Zusammen mit dem behandelnden Arzt oder der Hebamme können Sie die optimale Klinik finden, die über die bestmöglichen personellen und apparativen Möglichkeiten verfügt. Hausgeburten oder Geburten im Geburtshaus stehen Schwangeren unter 20 meistens nicht zur Auswahl, da das Risiko für Komplikationen während der Geburt zu hoch ist.

 

Autor: Redaktion/Kerstin

Fotocredit: Photographee.eu/shutterstock.com

 

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