abtreibungspille

Abtreibungspille

Die Abtreibungspille Mifegyne ist ein „Medikament“ mit dem Frauen bis zum 49.Tag der Schwangerschaft abtreiben können. Propagiert wird: Mifegyne hat keine Nebenwirkungen, eignet sich für Frauen jeden Alters, und für den Abbruch muss man nur drei Pillen schlucken. Ganz so einfach ist es aber nicht!

Auch bei Verwendung der Abtreibungspille ist ein Besuch beim Arzt notwendig.

Natürlich sind, wie bei jedem Schwangerschaftsabbruch, gewisse Voruntersuchungen, Informationen und Gespräche notwendig (Schwangerschaftstest, Blutuntersuchung, Ultraschall…). Danach sucht die Frau die Klinik oder die Arztpraxis kurz auf, um drei Tabletten Mifegyne zu schlucken. Zwei Tage später kehrt sie dahin zurück, um zwei Prostaglandintabletten einzunehmen. Nach der Einnahme der Prostaglandine bleibt Sie vier bis sechs Stunden in der Praxis. In dieser Zeit setzt ein Ziehen im Unterleib und Rücken ein. Es kündigt sich, wie bei einer starken Menstruation, die bevorstehende Blutung an. Manchmal treten Bauchkrämpfe auf, die mit Schmerzmitteln gelindert werden müssen. Es kann auch sein, dass die Frau mit Kopfschmerzen, Übelkeit oder Schwindel reagiert, weil Prostaglandine den Kreislauf belasten können.

 

Innerhalb der folgenden zehn Tage muss untersucht werden, ob Reste in der Gebärmutter zurückgeblieben sind. Wurde die Schleimhaut nicht komplett abgestoßen, ist zusätzlich eine Ausschabung (Kürettage) erforderlich. Eine Abtreibung mit Mifegyne dauert also insgesamt 3 Tage. Der medikamentös ausgelöste Prozess der Schwangerschaftsunterbrechung ist nicht rückgängig zu machen.

 

Mifegyne alleine entfaltet bei vielen Frauen überhaupt keine spürbare Wirkung, jedoch wie später zu lesen ist stört es massiv die Versorgung des Ungeborenen. Man löst das Problem, indem man standardmässig allen Frauen ein weiteres Mittel gibt, das Wehen auslöst. Geeignet sind dazu Substanzen aus der Gruppe der Prostaglandine.

 

Mögliche Nebenwirkungen der Abtreibungspille

  •  Herz-Kreislaufversagen, tatsächlich hat es auch schon einige Todesfälle gegeben
  •  Blutungen – sie dauern im Durchschnitt 8-10 Tage und entsprechen einer stärkeren Regelblutung.
  •  Nachkürettagen – weil die Behandlung nicht oder nicht genügend gewirkt hat
  •  Schmerzen-Bauchkrämpfe, die einige Stunden dauern können
  •  Übelkeit/Durchfall – Etwa die Hälfte der Frauen sind davon betroffen
  •  Infektionen/Verletzungen – sehr selten

Frauen, die länger als 45 Tage schwanger sind, die mehr als 10 Zigaretten am Tag rauchen oder die älter als 35 Jahre sind, sind absolut ausgenommen. Das gleiche gilt für Schwangere, mit chronischem Nierenschaden, einer Langzeitbehandlung mit Kortison sowie mit Blutgerinnungsanomalien usw.. Das Präparat kommt somit nur für eine begrenzte Zahl Frauen in Betracht.

 

Es gibt allerdings auch einen großen Vorteil der Abtreibungspille. Er liegt darin, dass der Schwangerschaftsabbruch sehr früh durchgeführt werden kann, wenn die Absaugmethode noch kaum in Frage kommt. Diese wird in der Regel erst ab der 7. Woche angewendet (vorher ist die Gefahr, dass die Frucht nicht erfasst wird, relativ groß. Der Muttermund ist noch sehr fest und die Aufdehnung daher schwieriger und schmerzhafter). Die meisten Frauen wissen sehr rasch, ob sie eine ungewollte Schwangerschaft abbrechen wollen oder nicht. Für sie ist es eine große Erleichterung, wenn sie nicht zwei bis drei Wochen warten müssen, bis eine Absaugung durchgeführt werden kann.

 

Wundern Sie sich also nicht, wenn Sie vor der Einnahme des Prostaglandins unterschreiben müssen, dass Sie darüber aufgeklärt wurden, dass diese Mittel offiziell nicht für einen Schwangerschaftsabbruch zugelassen sind. Diese Formalität ist nötig, weil die Tabletten bisher nur bei durch Schmerzmittel bedingten Magengeschwüren eingesetzt werden. Der Hersteller hatte nicht vor, die Zulassung auch für die Anwendung bei Schwangerschaftsabbrüchen zu beantragen, weil er Boykottdrohungen von Gegnern der Abtreibung gegen andere Medikamente aus dem eigenen Haus fürchtet. Ärztinnen und Ärzte können aber Prostaglandin-Tabletten auf eigene Verantwortung bei einem Abbruch anwenden.

 

Autor: Redaktion/Andrea

Fotocredit: fizkes/Shutterstock.com

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