normale geburt

Die Phasen einer Geburt

Eine normale Geburt, welche auch als Spontangeburt bezeichnet wird, beschreibt den Geburtsvorgang auf natürliche Art und Weise ohne irgendeine Art von Hilfsmitteln.

Die Geburt beginnt entweder mit einem Blasensprung oder mit dem Einsetzen von muttermundwirksamen Wehen.

Eine normale Geburt kann eingeteilt werden in:

  • Eröffnungsphase
  • Übergangsphase
  • Austreibungsphase
  • Nachgeburtsphase

Die Eröffnungsphase

Durch kontinuierlich stärker und länger werdende Wehen verkürzt sich der Gebärmutterhals und der Muttermund kann sich öffnen. Er muss von 0 auf 10cm aufgehen. Zudem tritt das Kind mit jeder Wehe etwas tiefer. Wichtig für die Mutter ist, sich zu entspannen und durch verschiedene Gebärpositionen dem Kind den Weg durch das Becken zu erleichtern.

Die Übergangsphase

Sie ist Teil der Eröffnungsphase. Ab etwa 8-9cm Muttermundseröffnung ist das Kind meist schon tief  ins Becken gerutscht, die Geburt verändert sich nun. Die Frau spürt einen immer stärker werdenden Druck nach unten. Durch gezielte Atmung kann die Frau nun den Druck nach außen ablassen, um noch nicht pressen zu müssen. Auch verschiedene Lagerungen helfen der Frau dabei, diese schwierige Phase zu überstehen. Viele Frauen äußern  in der Übergangsphase den Wunsch, dass man die Geburt nun beenden soll „egal wie“. Die Frauen „können nicht mehr“, „haben keine Kraft mehr“. Dies bedeutet für uns Hebammen, dass die Geburt nun bald bevorsteht.

Die Austreibungsphase

Der Muttermund ist nun vollständig eröffnet und der kindliche Kopf mit jeder Wehe tiefer getreten. Die Frau spürt einen immer stärker werdenden Drang, den sie schließlich nicht mehr unterdrücken kann. Sie kann nun in jeder Wehe nach Gefühl atmen oder mitschieben. Je nach dem ob die Frau das erste oder zweite Kind bekommt, ist das Kind nun bald geboren. Der Kopf ist das erste, was geboren wird. Anschließend wird meist noch eine Wehe abgewartet, bis der Körper folgt. Nun haben Sie es geschafft, Ihr Kind ist geboren!

Die Nachgeburtsphase

Nach der Geburt des Kindes beginnt sich die Nachgeburt zu lösen. Sie spüren nochmals Wehen, in etwa so schmerzhaft wie die beginnenden Wehen. Wenn sich die Nachgeburt komplett gelöst hat (dies erkennt die Hebamme an so genannten Lösungszeichen), werden Sie aufgefordert werden, noch einmal mitzuschieben. Nach der Geburt der Plazenta wird diese auf Vollständigkeit überprüft und die Mutter auf eventuelle Geburtsverletzungen untersucht.

Mutter und Kind werden nun noch etwa 2 bis 3 Stunden von der Hebamme überwacht, bis sie das Kreißzimmer schließlich mit dem Kind im Arm verlassen können.

 

Autor: Laura Jenewein, Hebamme

Fotocredit: nata-lunata/Shutterstock.com

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