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Depressionen während und nach einer Schwangerschaft

Depressionen während und nach einer Schwangerschaft sind keine Seltenheit und betreffen weltweit einen nicht geringen Prozentsatz aller Frauen. Das schönste Ereignis im Leben eines Paares, die Krönung der Liebe zwischen zwei Menschen – als Auslöser für extreme Traurigkeit und Antriebslosigkeit? Es klingt unverständlich, ist jedoch harte Realität.

 

Depressionen während einer Schwangerschaft

Endlich schwanger! Dieser schönen Nachricht sollten Monate voller Vorfreude und strahlendem Glück folgen – tritt das Gegenteil ein, reagiert das nahe Umfeld der Schwangeren oft mit Unverständnis. Dabei trifft dieses Schicksal bereits jede zehnte Frau während ihrer Schwangerschaft.

 

Gerne werden die teilweise extrem auftretenden Stimmungsschwankungen auf den veränderten Hormonhaushalt geschoben und die Betroffene vertröstet. „Das geht bald vorbei!“ ist der einzige Satz, den die Schwangere ständig zu hören bekommt. Das stimmt zum Teil auch – doch wenn die Stimmungsschwankungen zu extrem werden und nicht nach kurzer Zeit abklingen, kann eine Depression vorliegen. Folgende Anzeichen deuten auf eine Depression während der Schwangerschaft hin:

  • Anhaltende Traurigkeit
  • Extreme Reizbarkeit
  • Schlafprobleme
  • Appetitlosigkeit
  • Antriebslosigkeit
  • Verlust der Fähigkeit, sich zu konzentrieren
  • Freudlosigkeit

Depressionen können aus der Überforderung mit der neuen Situation entstehen, wenn sich die werdende Mutter nur noch mit quälenden Fragen befasst – etwa, ob sie und das Kind die Schwangerschaft gut überstehen werden. Auch Auseinandersetzungen mit dem Partner während dieser Phase reißen die Mutter in einen emotionalen Strudel.

 

Nicht zuletzt spielen auch die genetischen Veranlagungen der Schwangeren bei der Wahrscheinlichkeit, an einer Depression zu erkranken, eine tragende Rolle. Sind bereits Fälle bipolarer Störungen aus dem familiären Umfeld bekannt, kann eine genetische Veranlagung zur Depression vorliegen.

 

Depressionen nach einer Schwangerschaft

Auch nach der Geburt des Kindes sind Frauen häufig von jenem depressiven Zustand betroffen, der umgangssprachlich „Baby Blues“ genannt wird. Experten schätzen, dass 25-50% aller Frauen diese kurzzeitige Phase durchleben. Wenn dieser Zustand allerdings über Wochen anhält, kann von einer ernsthaften Wochenbettdepression gesprochen werden. In den ersten drei Monaten nach der Geburt sind schätzungsweise 6% aller Frauen davon betroffen.

 

Informationen rund um diese Thematik

Auf der Seite neue-wege-psychiatrie.de finden betroffene Frauen und deren Familien eine große Fülle an Informationsmaterial rund um das Themengebiet psychischer Erkrankungen. Unter anderem werden hier auch die möglichen Frühwarnzeichen von Depressionen aufgezeigt und verschiedene Methoden der Therapie vorgestellt.

 

Die Webseite bietet Patienten Broschüren im PDF-Format zum Download an. Diese befassen sich mit verschiedenen Erkrankungen wie bipolaren Störungen und Schizophrenie. Ebenso wird das Thema aufgegriffen, wie Betroffene und deren Familien lernen können, mit der schwierigen Situation umzugehen.

 

Autor: Redaktion/Alexandra

Fotocredit: wavebreakmedia/Shutterstock.com

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