Fehlgeburt

Fehlgeburt medizinisch definiert

Abhängig vom Verlauf einer Fehlgeburt, wird der Abort unterschiedlich medizinisch definiert. Generell spricht man in den ersten 24 Schwangerschaftswochen von einer Fehlgeburt, verliert eine Frau danach ihr Baby wird dies als Totgeburt bezeichnet. Weiterhin unterscheidet man den Frühabort bis zur 12. Schwangerschaftswoche und den Spätabort nach der 12. Schwangerschaftswoche. Findet die Fehlgeburt sehr früh statt, kann es geschehen, dass eine Frau die entstehende Blutung als verspätete Periode wahrnimmt. Ist die Schwangerschaft weiter voran geschritten, wird die Blutung oftmals von Gewebe und Schmerzen ähnlich der Monatsblutung verbunden. Da es geschehen kann das Gewebe in der Gebärmutter verbleibt, sollte man bei dem Verdacht der Fehlgeburt unbedingt einen Arzt aufsuchen. Denn dieses Gewebe muss entfernt werden. Es könnten sonst Entzündungen oder Infekte auftreten die sich nachteilig auf eine zukünftige Schwangerschaft auswirken könnten.

 

Es werden folgende Formen der Fehlgeburt unterschieden:

 

Abortus imminens

Die schwangere Frau kann Schmierblutungen haben und Wehen artige Schmerzen verspüren. Es sollte umgehend der eigene Gynäkologe oder ein Krankenhaus aufgesucht werden. Bei einer Untersuchung kann festgestellt werden ob der Muttermund noch fest verschlossen ist und ob der Embryo noch am Leben ist. Ist dies der Fall wird alles versucht um die Fehlgeburt zu verhindern. Bettruhe, strikte Schonung und die Gabe von Beruhigungsmitteln sowie Wehen hemmenden Medikamente können helfen die Schwangerschaft zu erhalten.

 

Abortus incipens

In diesem Stadium ist der Embryo zwar zum Teil noch am Leben, jedoch ist oftmals bereits der Muttermund geöffnet und die Schwangerschaft massiv gestört. In Folge dessen ist der Tod des Embryos und somit eine Fehlgeburt leider nicht mehr aufzuhalten. Schmerzen und Blutungen sind stark. Bleibt Gewebe zurück muss dieses mittels Operation entfernt werden. Dies erfolgt zumeist mittels Curretage, der sogenannten Ausschabung.

 

Abortus incompletus

Wie der Name bereits vorausschickt werden bei dieser Form der Fehlgeburt nur Teile des Gewebes selbstständig vom Körper ausgeschieden. Oftmals bleiben Teile der Plazenta (Mutterkuchen) in der Gebärmutter zurück. Diese Reste müssen im einen Krankenhaus vollständig entfernt werden.

 

Abortus completus

Im Gegensatz zu der unvollständigen Fehlgeburt, wird bei dieser Form der Fehlgeburt die Schwangerschaft vollständig beendet und das Gewebe komplett ausgeschieden. Die geschieht oftmals noch vor der 12. Schwangerschaftswoche. Schmerzen im Unterleib und Folgeblutungen hören ohne medizinischen Eingriff wieder auf. Dennoch sollte eine Frau eine Ultraschalluntersuchung vornehmen lassen um sicher zu gehen, dass keine weiteren Komplikationen auftreten können.

 

Missed Abortion

Auch wenn sich die Schwangerschaft bisher normal entwickelt hat kann es geschehen, das das Kind im Leib der Mutter plötzlich versterben kann. Oftmals sind es erst die ausbleibenden Kindsbewegungen, das Nachlassen typischer Schwangerschaftsbeschwerden oder eine Ultraschalluntersuchung die zeigen, dass das Herz des Babys aufgehört hat zu schlagen. Denn es kommt zu keinen Schmerzen und auch Blutungen bleiben auf. Verbleibt der verstorbene Embryo unbemerkt zu lang im Körper der Mutter kann dies lebensbedrohliche Folgen haben. Aus diesem Grunde muss auch hier das Gewebe entfernt werden. Manche Frauen müssen vorab Medikamente einnehmen um den Abgang des Kindes zu erleichtern.

 

Abortivei

In der Medizin spricht man von einem Abortivei, zu Deutsch Windei, wenn sich der Embryo in der Fruchthöhle nicht weiter entwickelt. Auf dem Ultraschallbild wird dies durch eine deutlich leere Hülle sichtbar. Auch hier muss das Gewebe ausgeschabt werden.

 

Abortus febrilis

Diese Form, auch septischer Abort, bezeichnet eine Fehlgeburt die eine massive Infektion nach sich zieht. Oftmals ist dabei nicht nur die Gebärmutterschleimhaut sondern auch die Gebärmutter selbst betroffen. Zusätzlich können Bakterien im Blut oder eine Entzündung des Bauchfells auftreten. Typische Symptome einer solchen Komplikation sind Fieber, Schüttelfrost aber auch Blutungen und Schmerzen im Bauchbereich. Eine ärztliche Behandlung ist unumgänglich.

 

Abortus habitualis

Von einem Abortus habitualis spricht man wenn eine Frau wiederholt, mindestens 3 Mal in Folge, eine Fehlgeburt erleidet. Besteht nach wie vor der Kinderwunsch müssen die Ursachen dieser Fehlgeburten gründlich untersucht werden.

Autor: Redaktion / Diana

Fotocredit: Andrii Yalanskyi/Shutterstock.com

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