Natürliche Geburt

Natürliche Geburt

Eine Geburt ist ein natürlicher Vorgang. Aus diesem Grund wünschen sich viele Frauen auch eine natürliche Geburt, am Besten ohne Medikamente oder notwendige Eingriffe. Wie läuft eine natürliche Geburt ab, wer betreut mich während der Geburt, welche natürlichen Methoden zur Schmerzbekämpfung gibt es? Die Geburt beginnt entweder mit einem Blasensprung oder dem Einsetzen von regelmäßigen Wehen. Diese eröffnen den Muttermund von 0 auf 10 cm. Die Wehen nehmen im Lauf der Geburt an Dauer und Intensität zu, auch die Wehenabstände verkürzen sich. Dennoch haben Sie bei einer natürlichen Geburt immer mehr Pausen als Wehen. Nach einer Minute Wehen folgen mindestens 2 Minuten Pause. Sobald der Muttermund geöffnet ist, folgt des Öfteren eine kurze Latenzphase, in der sich die Mutter nochmals etwas ausrasten kann für die nächste Phase- die Austreibungsphase.

Ablauf einer natürlichen Geburt

Das Kind tritt mit jeder Wehe etwas tiefer bis es schließlich am Beckenboden ansteht. Die werdende Mutter spürt nun einen Pressdrang und wird in den folgenden Wehen ihr Kind auf die Welt schieben. Nach der Geburt des Kindes beginnt sich die Nachgeburt zu lösen. Man erkennt dies an bestimmten Zeichen, unter anderem am Kollabieren der Nabelschnur (sie hat aufgehört zu „pulsieren“) Nun kann die Mutter, am Besten in aufrechter Position, nochmals mitschieben, um die Nachgeburt zu gebären.

Betreuung während einer natürlichen Geburt

Im österreichischen Gesetz ist es vorgesehen, dass Sie während einer natürlichen Geburt von einer Hebamme betreut werden. Sie wird Ihnen und Ihrem Kind während der Geburt beistehen und Ihnen wertvolle Tipps geben. Wenn die Geburt natürlich verläuft, wird Ihre Hebamme sich zurückhalten und nur auf Wunsch eingreifen. Bei eventuellen Dammverletzungen wird sie diese versorgen und Sie und das Neugeborene im Wochenbett begleiten. Als weiteren Begleiter während der Geburt wählt die Frau einen Menschen Ihres Vertrauens. Dies kann der Partner, die Schwester, eine Freundin sein. Wichtig ist, dass die Gebärende diesem Menschen vertraut und sich vollkommen fallen lassen kann.

Schmerzbekämpfung während einer natürlichen Geburt

Der Körper einer wehenden Frau produziert Endorphine, welche als natürliche Schmerzmittel gelten. Weiters können werdende Mütter auch durch eine konzentrierte Atmung die Wehen „veratmen“. Auch ein warmes Bad oder verschiedene Lagerungen helfen, den Schmerz zu lindern. Hören Sie auf Ihren Körper und denken Sie, was würde Ihnen nun gut tun? Eine Massage? Warmes Wasser? Bewegung? Neben diesen Methoden gibt es auch noch weitere Möglichkeiten wie Aromatherapie, Homöopathie, Akupressur /Akupunktur, HypnoBirthing etc., welche Sie gemeinsam mit einer Fachperson anwenden können.
Eine natürliche Geburt kann sowohl eine Hausgeburt, als auch eine Krankenhausgeburt sein. Informieren Sie sich in der Schwangerschaft über die verschiedenen Möglichkeiten und finden Sie die für Sie und Ihren Partner passende Methode. Läuft einmal etwas nicht „natürlich“, wird Ihre Hebamme in den Geburtsverlauf eingreifen und bei Auffälligkeiten auch einen Arzt hinzuziehen. Es kann entweder ein Schmerzmittel, eine Saugglocke oder aber auch ein Kaiserschnitt notwendig sein. Sprechen Sie mit Ihrer Hebamme offen über Ihre Ängste und Wünsche!

Autor: Laura Jenewein, Hebamme

Fotocredit: kipgodi/Shutterstock.com

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