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Röteln in der Schwangerschaft

Röteln, auch Rubeolen genannt, ist eine der am weitesten verbreiteten Virusinfektionen im Kindesalter in Europa. Sie wird durch den Rubivirus per Tröpfcheninfektion (husten, küssen oder niesen) übertragen.

Der Mensch ist der einzige bekannte Wirt des Rötelvirus welcher außerhalb des Körpers übrigens nur für kurze Zeit überlebensfähig ist. Bei einem gesunden Menschen verläuft die Erkrankung in der Regel recht harmlos. Die Symptome sind leichtes Fieber, Lymphknotenschwellungen im Hals- und Kopfbereich und der typische Hautschlag mit kleinen Flecken. Ein Mensch, der bereits Röteln hatte, besitzt normalerweise sein Leben lang Immunität gegen die Krankheit. Dennoch wird ein Bluttest vor einer Schwangerschaft dringend empfohlen, da eine Rötelerkrankung gerade in den ersten 12 Wochen einer Schwangerschaft zu einer massiven Schädigung des Fetus führen kann. Circa 15% der erwachsenen Frauen ist nicht gegen den Rötelvirus immun.

 

Ein Bluttest vor einer Schwangerschaft bringt Gewissheit über die Immunität gegen Röteln.

Bei diesem Bluttest wird der so genannte Titerwert, die Anzahl der vorhandenen Antikörper, bestimmt. Ein Titerwert von 1:38 zeigt einen ausreichenden Schutz an. Ab einem Titerwert unter 1:16 ist die Impfung mit Lebendimpfstoff erforderlich. Die Impfung erfolgt als Injektion in den Oberarm. Nach der Impfung kann es zu leichten Krankheitserscheinungen kommen, zum Beispiel Fieber oder Kopfschmerzen und Schmerzen in den Gelenken. In den drei folgenden Monaten sollten Sie auf eine funktionstüchtige Empfängnisverhütung achten. Nach Ablauf dieses Zeitraumes erfolgt die Kontrolle des Impferfolges. Sollten Sie zum Zeitpunkt der Impfung bereits unwissentlich schwanger sein (einige Tage) oder kurz danach schwanger werden, ist mit großer Wahrscheinlichkeit keine Auswirkung auf den Embryo zu erwarten. Erkranken Sie jedoch innerhalb den ersten drei Schwangerschaftsmonate, besteht ein 60%iges Risiko einer schweren Schädigung des Embryos. Besonders typisch ist die Schädigung von Augen, Ohren oder Gehirn, sowie des Herzens. Auch das Wachstum der Gebärmutter wird verzögert, Leber und Milz können anschwellen, Fehlbildungen der Knochen entstehen. In besonders schweren Fällen, etwa in 30% der Fälle, kann die Schädigung zu Fehl- oder Totgeburten führen. Je nach Ausprägung der Schädigung kann es sein, dass der Arzt zu einem Schwangerschaftsabbruch rät.

 

Der Embryo wird bei einer akuten Infektion der Mutter über den Mutterkuchen angesteckt. Im frühen Stadium der Schwangerschaft beträgt das Risiko 54 bis 90%. Der Mutterkuchen verbindet den Blutkreislauf der Mutter, mit dem Blutkreislauf des Kindes. Abhängig vom Stadium der Schwangerschaft weist das Kind verschiedene Antigene im Körper auf. Diese können meist im Blut, im Urin, im Gehirngewebe oder Wasser der Augenkammer nachgewiesen werden. Je später eine schwangere Frau sich während der Schwangerschaft mit dem Rubivirus infiziert, desto geringer ist das Risiko für das Kind. Wird das Kind bereits infiziert geboren, besteht auch hier Gefahr. Es kann zu wiederholten Lungenentzündungen kommen, Durchfall auftreten, die Gefäße des Kindes können sich entzünden. Auch Wachstumsstörungen sind möglich. Auch im späteren Leben muss mit eventuellen Spätfolgen, wie Hormonstörungen, Diabetes, oder auch Krampfleiden und Schizophrenie gerechnet werden.

 

Das ungeborene Kind steht während der gesamten Schwangerschaft unter ständiger Beobachtung. Besteht die Vermutung einer Übertragung von Mutter zu Kind, werden folgende Diagnosemethoden zur eindeutigen Klärung angewandt: Fein-Ultraschall, je nach Stadium der Schwangerschaft, die Punktion der Plazenta, des Fruchtwassers oder der Nabelschnur. Ihr Arzt wird Sie intensiv beraten und begleiten. Um einer Infektion mit Röteln vorzubeugen, sollten Sie den Kontakt mit infizierten Personen weitgehend meiden. Frauen mit einem negativen Test in den ersten 17 Wochen der Schwangerschaft, werden bei Infektion teilweise mit Immunglobulinen (Antikörper) behandelt. Mit Medikamenten können Röteln nicht behandelt werden.

 

Gerade für Frauen ist also eine Impfung gegen Röteln sehr wichtig, da eine Erstinfektion während der Schwangerschaft, schwerwiegende Folgen für das ungeborene Kind haben kann.

 

Autor: Redaktion/Diana

Fotocredit: T.Dallas/Shutterstock.com

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