syphilis

Syphilis in der Schwangerschaft

Die Syphilis, auch Lues venera oder Lustseuche genannt, ist eine schwere bakterielle Infektionskrankheit. Sie wird vor allem durch ungeschützte Sexualkontakte übertragen. Seit Ende der 90er Jahre haben sich die Erkrankungsraten verdoppelt. In Osteuropa und dem Balkan ist die Syphilis stärker unter heterosexuellen Menschen verbreitet. Unbehandelt durchläuft die Syphilis im Allgemeinen drei unterschiedliche Krankheitsstadien, die zu schweren Schäden, vor allem an Herz, Gehirn, Augen und Knochen führen können. Die Krankheit nimmt in den meisten Fällen einen typischen Verlauf – oft kommt es im Laufe der Jahre sogar zu Spontanheilungen. Im Allgemeinen werden 3 Stadien der Syphilis unterschieden:

 

Stadium I

Zwei bis vier Wochen nach der Infektion entwickelt sich am Ort des Eindringens ein Knoten oder schmerzloses Geschwür entweder der Scheide oder in den Schwamlippen, das nach einigen Wochen von selbst wieder verschwindet. In diesem Stadium sind Betroffene hochinfektiös.

 

Stadium II

Wird die Infektion in Stadium I nicht erkannt und behandelt, treten acht Wochen bis zwei Jahre nach der Rückbildung der ersten Symptome meist Fieber, Schwellungen der Lymphknoten, Muskelschmerzen und nicht juckende masernähnliche Hautausschläge auf. Zusätzlich kann es zu Haarausfall kommen. Man ist allerdings nicht mehr so infektiös wie in Stadium I.

 

Stadium III

Dieses letzte Stadium der Syphilis kann ein oder mehrere Jahre nach der Infektion auftreten. Es ist vom Übergreifen der Infektion auf die inneren Organe und das Zentralnervensystem gekennzeichnet. In der Folge können das Gehirn, die Organe und die zentrale Reizleitung schwer geschädigt werden. Im schlimmsten Fall führt die Syphilis zum Tod.

 

Syphilis in der Schwangerschaft

Infizierte Schwangere geben die Infektion meist an ihre ungeborenen Kinder weiter, die dadurch oftmals schwer geschädigt werden. In vielen Fällen führt die Infektion zu Fehlgeburten. Die Infektion kann auch unerkannt vorhanden sein und so erfolgt die Übertragung auf das Kind entweder bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr direkt oder nach dem 5. Schwangerschaftsmonat über die Plazenta. Die Gefahr einer Infektion des Kindes ist besonders groß bei hoher Keimbesiedelung im zweiten Stadium der Erkrankung. Die Infektion kann Schädigungen an Haut, Skelett und dem zentralen Nervensystem des Kindes verursachen und führt oft zu einer Fehl- oder Totgeburt. Die Kinder können aber auch ganz normal, um den Termin herum geboren werden und zunächst ganz gesund erscheinen. Zwischen der zweiten und zwölften Lebenswoche – manchmal sogar später – treten dann die ersten Symptome einer angeborenen Syphilis auf. Eine antibiotische Therapie wird dann umgehend eingeleitet. Zum Ausschluss dieser Infektion wird bei der ersten Vorsorgeuntersuchung routinemäßig der TPHA – Test durchgeführt. Bei positivem Befund ist eine Behandlung mit Antibiotika in der Schwangerschaft ebenfalls möglich.

 

Autor: Redaktion/Katrin

Fotocredit: VGstockstudio/Shutterstock.com

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