vaginalinfektion

Vaginalinfektion

Eines der häufigsten Untersuchungsergebnisse bei den Vorsorgeterminen in den letzten sechs Wochen ist eine Vaginalinfektion, häufig handelt es sich um einen Soor (Pilzerkrankung), eine Chlamydieninfektion oder eine B-Streptokokken-Infektion. Auch eine Herpesvirusinfektion kann in der Schwangerschaft vorkommen.

 

Leider gibt es immer mehr Frauen, die mit diesen Vaginalerkrankungen konfrontiert werden. Sie sollten Beschwerden, wie Rötung, Juckreiz, Brennen und verstärkten, flockigen grauweißlichen Ausfluss ernst nehmen und abklären lassen, um welchen Erreger es sich handelt. Allerdings muss es auch nicht mit allzu viel Angst und Sorge einhergehen. Wenn wir Frauen zur Geburt eine sterile Vagina haben müssten, so hätte die Evolution da schon was geschaffen. Außerdem darf einfach nicht vergessen werden, dass Angst das Immunsystem schwächt!

 

Probleme mit Vaginalsoor vor der Geburt

Bei den ersten auftretenden Anzeichen eines Vaginalsoors sollte bereits mit einer Behandlung begonnnen werden. Je länger der Pilzbefall zurückliegt oder wenn er gar schon seit Jahren chronisch vorhanden ist, desto schwieriger und langwieriger ist eine naturheilkundliche Behandlung. In der Schwangerschaft tritt dieser Vaginalsoor, ein Hefepilzbefall im Scheidenbereich, leider relativ häufig auf. Das Scheidenmilieu verändert sich während der Schwangerschaft und ist anfälliger für die den Soor verursachenden Candidaerreger. Zugrunde liegen häufig Stress, Anämie, eine vorausgegangene Antibiotikabehandlung oder eine allzu zuckerreiche Ernährung. Es ist sehr wichtig, diesen Soor vor der Geburt erfolgreich zu behandeln, denn das Baby kann sich während der Geburt infizieren, also an einem Mund- und Windelsoor erkranken. Dies ist für die Kinder sehr lästig, schmerzhaft und langwierig in der Behandlung.

 

Ärztlich verordnete Medikamente, Antimykotika, bringen oft nur eine kurzzeitige Besserung, vor allem dann, wenn bereits eine häufige Behandlung notwendig war. Oft werden die Präparate zu kurzfristig angewendet, somit wird keine vollkommene Ausrottung des Pilzes erreicht. Die Pilzsporen werden nur »schlafen« gelegt und treten bei der ersten leichten Stresssituation sofort wieder in Erscheinung.

 

Wissen sollten alle Frauen, dass Pilze nur in feuchtem, dunklem Milieu wachsen können und am besten gedeihen, wenn die Ernähung vorwiegend aus Zucker- und Weißmehlprodukten besteht. Sie sollten also darauf achten, dass Sie eine trockene, helle und luftige Scheidenumgebung schaffen, indem Sie luftdurchlässige Unter- und Oberbekleidung aus Baumwolle tragen. In der Ernährung müssen Sie dringend Ihren Zuckerkonsum drastisch reduzieren, am besten gänzlich vom Ernährungsplan streichen. Allerdings werden etliche Frauen trotz Zuckerverzicht ihren Pilz nicht los. Naturheilkundler sehen deshalb eine Ursache auch in der allgemeinen Übersäuerung und vor allem im Stress.

 

Probleme vor der Geburt vermeiden:

Um eine natürliche Heilung zu erreichen oder einem Scheidenpilzbefall, aber auch anderen Infektionen vorzubeugen, sind grundlegende Maßnahmen erforderlich:

 

– Waschen mit kaltem Wasser, besser mit der Hand als mit dem Waschlappen, da somit keine Pilzherde in der Wäsche geschaffen werden. Oder sie verwenden einen Waschhandschuh aus Rohseide, da Seide eine antibakterielle Wirkung besitzt.

 

– Verwenden von alkalischen Seifen, aber keine Intimlotionen oder andere parfümierte Intimsprays und Ähnliches.

 

– Baumwollschlüpfer oder Seidenunterwäsche tragen.

 

– Keine synthetische Wäsche, wie Nylonstrumpfhosen oder enge Synthetikleggings. Hautenge Hosen sind ebenfalls zu vermeiden.

 

– Nach Möglichkeit viel Luft und Licht im Genitalbereich zirkulieren lassen, also zu Hause ohne Unterhose herumlaufen.

 

– In der Schwangerschaft für ausreichend Ruhe sorgen und jeden Stress vermeiden.

 

– Im Schwimmbad einen in Olivenöl getränkten Tampon einführen, dies ist ein idealer Schutz vor einer Pilzerkrankung, denn die Pilzsporen rutschen dann im wahrsten Sinne des Wortes ab.

 

– Regelmäßiges Beckenbodentraining trainiert und fördert die Durchblutung und stärkt das Immunsystem.

 

– Generell sind natürlich alle anormalen Sexualpraktiken einzustellen bzw. abzulehnen, denn immer wieder liegt hier die Ursache für die Verschleppung von Keimen.

 

 

Autor: Ingeborg Stadelmann

Fotocredit: Erica Smit/Shutterstock.com

 

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