windpocken

Windpocken während der Schwangerschaft

Windpocken zählen zur Gruppe der Herpesviren und sind eine hoch ansteckende Infektionskrankheit. Sie werden durch das Varicella-Zoster-Virus hervorgerufen. Der Virus wird durch engen Kontakt mit Erkrankten und durch Tröpfcheninfektion (Husten, Niesen o.ä.) übertragen. Die Inkubationszeit beträgt circa 10 bis 21 Tage. Der Virus ist zwei Tage vor dem Erscheinen des Hautaufschlags (einzelne Punkte über den ganzen Körper verteilt), bis zu dessen vollständiger Verkrustung ansteckend. Zu den Krankheitssymptomen zählen Fieber sowie Kopf- und Gliederschmerzen. Der Hautausschlag breitet sich nach und nach über den ganzen Körper aus und kann auch die Mundschleimhaut befallen. In der Regel ist der Körper nach einmaliger Erkrankung an Windpocken ein Leben lang immun, die Antikörper können durch einen Bluttest nachgewiesen werden.

 

Windpocken und Grütelrose stammen vom gleichen Virus ab

Windpocken und Gürtelrose werden durch den gleichen Virustyp hervorgerufen. In vielen Fällen zieht sich das Virus nach abheilen der Windpocken in die Nervenansammlungen zurück, der Körper kann das Virus nicht vollständig vernichten, sondern hält es lediglich unter Kontrolle. Sofern zu einem späteren Zeitpunkt die Abwehrkraft des Körpers abnimmt, kann es zu Gürtelrose kommen. Bei Gürtelrose entstehen Bläschen die sich auf weite Teile des Körpers ausbreiten und einen juckenden, schmerzenden Ausschlag hervorrufen können. Die Gürtelrose selbst ist für das Ungeborene nicht gefährlich, da die Viren nicht in das mütterliche Blut gelangen. Das Risiko für das Baby während der Schwangerschaft hängt vom Zeitpunkt der Infektion ab.

 

Erkrankung an Windpocken kann in der Schwangerschaft schwere Folgen haben

Erkrankt die Mutter bis zur 24. Schwangerschaftswoche kann dies zur einer Fehlgeburt oder in 1-2% der Fälle beim Kind zu einem angeborenen Varizellensyndrom führen. Dies äußert sich durch die Unterentwicklung von Armen und Beinen, Hautveränderungen, ein niedriges Geburtsgewicht, Schäden am Gehirn oder Linsentrübung bei den Augen. Zwischen der 18. und 20. Schwangerschaftswoche kann der/die Frauenarzt/-ärztin einen Ultraschall durchführen, um den äußerlichen Gesundheitszustand des Kindes zu prüfen. Bei der Infektion, im Zeitraum 3 Wochen bis maximal 5 Tage vor der Geburt kommt es in etwa 25 % der Fälle bis zum 4. Lebenstag des Neugeborenen zu einer noch im Mutterleib erworbenen Infektion, da es noch nicht durch die Antikörper der Mutter geschützt ist. Mit entsprechender Behandlung bleiben diese Infektionen ohne Folgen für das Kind.

 

Höchste Gefahr bei Windpocken bei der Geburt

Tritt die Erkrankung bei der Mutter jedoch weniger als 5 Tage vor der Geburt auf, besteht höchste Lebensgefahr für das Kind. Bei etwa acht Prozent der Neugeborenen, kann mit einem schweren Verlauf der Erkrankung gerechnet werden. Bei einigen Kindern kann die Erkrankung tödlich verlaufen. Betroffene Säuglinge bedürfen daher intensiver ärztlicher Betreuung, müssen geimpft und mit Medikamenten behandelt werden. Die Behandlung erfolgt oft durch Immunglobulin, ein Blutprodukt welches Antikörper gegen Windpocken enthält. Um ihr Kind keinem unnötigen Risiko auszusetzen, sollten Sie sich mindestens 3 Monate vor einer möglichen Schwangerschaft impfen lassen. Soweit möglich sollten Sie sich zudem während der Schwangerschaft von infizierten Personen fernhalten. Eine Immunisierung während der Schwangerschaft muss ohne entsprechende Indikation grundsätzlich vermieden werden. Eine mögliche Ansteckung sollte innerhalb von 24 bis 48 Stunden überprüft werden.

 

Wenn die Infektion festgestellt wurde, wird Ihr Arzt auch hier zu einer Injektion Immnunoglobin raten, dies kann die Auswirkungen der Krankheit vermindern. Seit August 2004 wird die Impfung gegen Variazellen für alle Kinder ab dem 12. Lebensmonat (zusammen mit der Impfung gegen Mumps, Masern und Röteln) von der Ständigen Impfkommission empfohlen. Diese Empfehlung gilt auch für Jugendliche, die noch keine Windpocken hatten.

 

Autor: Redaktion/Diana

Fotocredit: Akkaradet Bangchun; Prostock-Studio/Shutterstock.com

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