jod

Jod – ein Risikonährstoff in der Schwangerschaft

Trotz der in Österreich und Deutschland weit verbreiteten Verwendung von jodiertem Speisesalz zählt Jod noch immer zu den kritischen Mikronährstoffen. Jod findet sich in Seefisch und in Pflanzen, die auf jodreichen Böden angebaut werden.

 

Jod in Schwangerschaft und Stilzeit sehr wichtig

Süddeutschland, Österreich und die Schweiz zählen zu Jodmangelgebieten. Umso kritischer ist die Jodversorgung der Bevölkerung. Bei 25-50 jährigen Frauen liegt die durchschnittliche Jodaufnahme nur bei 137 µg, statt der gewünschten 200 µg. Schwangere benötigen 230 µg und Stillende sogar 260 µg. Diese Mengen können auch durch eine ausgewogene Ernährung kaum erreicht werden, weshalb der Arbeitskreis Geburtshilfe der Universitätsklinik Wien eine zusätzliche Jodzufuhr, über geeignete Präparate, dringend empfiehlt.

 

Bereits vor der Schwangerschaft Mangel an Jod

Zudem hat ein Fünftel der Frauen bereits vor der Schwangerschaft einen unzureichenden Jod-Status, der sich in einer vergrößerten Schilddrüse und/oder einer Schilddrüsenunterfunktion zeigt. Eine Jodunterversorgung während der Schwangerschaft hat Auswirkungen auf das Ungeborene. So zeigen Nabelschnurblut-Untersuchungen Neugeborener, dass ca. 10% der Babys aufgrund der unzureichenden Jodversorgung der Mutter eine Schilddrüsenunterfunktion aufweisen.

 

Jodmangel kann aber noch gravierendere Folgen für das Kind haben. Bereits ein leichter Mangel erhöht das Risiko für eine unzureichende geistige Entwicklung (Kretinismus ist eine extreme Form des mütterlichen Jodmangels), Fehlgeburten und erhöhter Säuglingssterblichkeit. Trotz der Forderungen des “International Councils for Control of Iodine Deficiency Disorders”, einer internationalen Expertenrunde, die sich mit den Folgen unzureichender Jodversorgung befasst, erhalten derzeit weniger als die Hälfte aller Schwangeren und Stillenden zusätzlich Jod.

 

Deshalb gilt: wer schwanger ist, sollte unbedingt den Arzt auf dieses Thema ansprechen. Viele Nahrungsergänzungsmittel für Schwangere enthalten nämlich kein Jod. Geeignete Präparate liefern neben 800 µg Folsäure auch 200 µg Jod.

 

Autor: Dipl.-oec.-troph.-univ. Barbara Fäth-Neubauer

Fotocredit: Ekaterina Markelova/Shutterstock.com

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