normale geburt

Kaiserschnitt oder normale Geburt

Immer öfter tritt die Frage auf, ob Kaiserschnitt oder normale Geburt und das nicht nur bei den Frauen, geschürt vielfach durch die Medien und das Vorbild der Superstars, sondern auch in Fachkreisen. Die normale Geburt wird auch Spontan- oder vaginale Geburt genannt. Das Kind kommt nach längerer oder kürzerer Wehendauer durch die Vagina, beziehungsweise Scheide der Frau zur Welt.

Die normale Geburt

Die Wehen können hierbei von selbst beginnen oder medikamentös eingeleitet werden. Die Fruchtblase kann vor den Wehen oder während den Wehen platzen. Gegen die Schmerzen können Medikamente bis hin zu einer PDA (Peridualanästhesie), dem Kreuzstich, zur Unterstützung gegeben werden. Zu einer „normalen“ Geburt zählen auch operative Entbindungen mit der Saugglocke oder der Zange.

Eine normale Geburt kann überall sein:

  • im Bett
  • am Gebärhocker
  • in der Wanne
  • im Stehen
  • auf der Seite liegend
  • auf alle vieren, dem so genannten Vierfüßler
  • im Krankenhaus
  • im Geburtshaus
  • daheim
  • im Krankenwagen/Taxi/Auto
  • und und und …

Es können auch Zwillinge und Beckenendlagen (Po des Kindes ist unten) auf normalem Wege geboren werden, aber besser gut geplant um bösen Überraschungen vorzubeugen und auch rechtlich nur im Krankenhaus unter Beisein eines Arztes.

Kaiserschnitt

Der Kaiserschnitt wird fachlich auch Sectio caesarea oder abdominelle Geburt genannt, das heißt eine Geburt, die über den Bauch statt findet anstatt über die Vagina. Hierfür erhält die Frau entweder eine Vollnarkose oder eine PDA, durch die das Schmerzempfinden unterhalb des Brustkorbes unterdrückt wird. Dann wird der Bauch mit einem Schnitt über der Schamhaaresgrenze durch mehrere Schichten bis zur Gebärmutter hin eröffnet. Durch diese neu entstandene Öffnung werden das Baby sowie die Plazenta, der Mutterkuchen, geboren. Danach vernäht der Operateur die einzelnen Schichten wieder.

Ein Kaiserschnitt kann im Vorhinein geplant und notwendig sein, wenn beispielsweise:

  • die Plazenta über dem Muttermund liegt
  • Grunderkrankungen der Mutter es notwenig machen
  • beim Kind gewisse Erkrankungen diagnostiziert wurden
  • eine Beckenendlage vorliegt, das Kind also mit dem Po nach unten liegt
  • das Kind quer im Bauch liegt
  • Mehrlinge erwartet werden
  • schon mehrere Kaiserschnitte oder andere große Bauchoperationen vorausgegangen sind

Es kann aber auch sein, dass er ungeplant notwenig wird, wenn das Leben von Mutter und/oder Kind bedroht scheint oder ist. Ein gewisses Maß an Kaiserschnitten wird deswegen auch von der Weltgesundheitsordnung (WHO) empfohlen und ist unumgänglich. Ein Kaiserschnitt wird jedoch nicht leichtfertig vorgenommen, da er zu den großen Bauchoperationen zählt und daher nach der Geburt eine zusätzliche Belastung für die Mutter im Wochenbett darstellt.

Auswirkungen auf die Zeit nach der Geburt

Kommt das Kind spontan ohne weitere Probleme auf die Welt, verläuft der Start ins Wochenbett meist am Besten. Mutter und Kind erholen sich rasch von der Anstrengung und können sich damit ganz auf sich und die neuen Herausforderungen des Lebens konzentrieren.

Bei einer erschwerten Spontangeburt, beispielsweise eine Saugglockengeburt, oder mit großem Dammschnitt oder -riss, sowie nach einem Kaiserschnitt ist der Start häufig holprig. Der Frau machen nicht nur die Anstrengung der Geburt und der meist größere Blutverlust zu schaffen, sondern zusätzlich zu den normalen Nachwehen und dem Wochenfluss auch noch die Wunden und Nähte. Durch die Schmerzen wird das Stillen, wie auch der Umgang mit dem Neugeborenen durch eingeschränkte Bewegungsfreiheit beeinträchtigt. Je nach Verlauf und Ausgang der Geburt braucht auch das Baby länger, um sich zu erholen.

Da der Beckenboden schon in der Schwangerschaft sehr belastet wird, können Probleme wie Inkontinenz oder Senkung der Gebärmutter sowohl nach einem Kaiserschnitt wie auch nach einer normalen Geburt auftreten. Auch kann weder die eine noch die andere Art schneller zur alten Figur verhelfen. Eine Schwangerschaft sowie die Geburt gehen nie ganz spurlos am Körper einer Frau vorbei.

Für eine Folgeschwangerschaft bzw. eine weitere Geburt erhöht der Kaiserschnitt allerdings schon das Risiko von Komplikationen und einem wiederholten Kaiserschnitt. Das Narbengewebe ist ein Schwachpunkt, das bei Wehen beispielsweise nachgeben und reißen kann, oder es kann zu Problemen mit der Einnistung der Plazenta kommen. Eine Geburt im Krankenhaus unter ärztlicher Begleitung ist unumgänglich.

Aber egal, ob das Baby nun per geplantem oder ungeplantem Kaiserschnitt oder normaler Geburt zur Welt gekommen ist, wichtig ist, dass es Frau und Kind gut geht und dass sie gut betreut und versorgt werden. Sie brauchen jede Aufmerksamkeit für sich und die Umstellung auf die neue Situation.

 

Autor: Sabrina Heiss, freiberufliche Hebamme in Tirol (Österreich)

Fotocredit: Kzenon/Shutterstock.com

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