Natürliche Verhütungsmethoden

Natürliche Verhütungsmethoden

Die Pille ist zwar immer noch „Verhüterli Nr. 1“, aber viele Frauen empfinden mittlerweile den chemischen Eingriff in ihren Körper als nicht mehr zeitgemäß, sie wünschen sich alternative Methoden zur Verhütung. Dabei greifen sie oft auf alte herkömmliche, natürliche Verhütungsmethoden, wie:

  •  Kalendermethode
  •  Verhütungscomputer
  •  Temperaturmethode
  •  Schleimbeobachtungsmethode
  •  Symptothermale Methode

zurück und vergessen dabei oft ganz, dass diese Methoden zwar am humansten für den Körper sind, jedoch der Sicherheitsfaktor wahrscheinlich keinen Preis gewinnen würde. Die natürlichen Methoden, die auf Selbstbeobachtung und Enthaltsamkeit beruhen, haben keine unerwünschten körperlichen Nebenwirkungen. Außerdem gewinnen die Frauen ein sehr gutes Verhältnis zu ihrem Körper – sie lernen sich selbst besser kennen. Jedoch müssen diese Methoden über einen längeren Zeitraum hinweg erlernt und sehr konsequent durchgeführt werden. Hinzu kommt, dass die Methoden wesentlich schwieriger anzuwenden sind, wenn Ihr Zyklus unregelmäßig ist. Ihr Partner muss hier natürlich auch mitspielen. Gänzlich ungeeignet sind die Methoden für Frauen, die entweder nachts arbeiten oder stillen, da beispielsweise die Temperaturmethode Schlaf erfordert.

 

Kalendermethode

Bevor Sie diese Methode praktizieren können, ist es erforderlich, Ihren Menstruationszyklus sechs Monate lang zu beobachten. Die Anzahl der Tage, die zwischen den Blutungen liegen, exakt mit zu protokollieren. Dann können Sie anhand des „Tagezählens“ versuchen, den Eisprung von Informationen aus den vergangenen Zyklen rechnerisch vorher zu bestimmen. Doch da der weibliche Zyklus nicht wie ein Uhrwerk abläuft, ist keine Frau gut beraten, sich alleine auf die Kalendermethode, die die Ärzte Knaus und Ogino entwickelten, zu verlassen. Im Schnitt werden von 100 Frauen, die diese Methode anwenden, immer noch 15 bis 38 schwanger. Deshalb sollten Sie zur Sicherheit immer noch zusätzlich mit einem Kondom verhüten oder Ihre Temperatur messen.

 

Verhütungscomputer

Man kann hier mit kleinen handlichen Rechnern die fruchtbaren Tage zur Verhütung (oder auch zum Schwangerwerden) berechnen und bestimmen. Auch hier ist es möglich oder sogar empfohlen, die natürliche Verhütungsmethode mit modernen Erkenntnissen und Messtechniken zu kombinieren. So haben sich Temperatur- und Hormoncomputer entwickelt. In diesem Computer ist die Temperaturmethode und die Zyklusberechnung vereint und erleichtert Ihnen das Messen der Werte. Er gilt als absolut unschädlich, bequem und unkompliziert, ist jedoch sehr teuer und als alleiniges Verhütungsmittel ebenfalls nicht sehr sicher.

 

Temperaturmethode

Nach dem Eisprung wird das Hormon Progesteron erzeugt, welches bewirkt, dass die Körpertemperatur (Basaltemperatur) einer Frau um 0,2 bis 0,5 Grad ansteigt. Verlässlich lässt sich dieser minimale Anstieg jedoch nur in der Früh, vor dem Aufstehen, beobachten. Wird diese Beobachtung der Basaltemperatur über eine Zeit lang regelmäßig aufgezeichnet, können Sie daraus ableiten, wann Ihre unfruchtbaren Tage, nach dem Eisprung, beginnen. Für die Messung ist ein eigens dafür geschaffenes Thermometer, inklusive entsprechender Tabelle, von Nöten oder aber auch ein Verhütungscomputer, der Ihnen alles etwas erleichtert. Wichtig bei dieser Methode ist, dass vor dem Messen eine Bettruhe von mindestens 6 Stunden erforderlich ist, damit es auch funktioniert. Die Temperatur wird täglich gemessen – auch während der Periode. Und Sie messen jeden Tag auf die selbe Art und Weise, wenn möglich zur gleichen Zeit morgens, vor 9.00 Uhr. Eine strenge Anwendung dieser Methode (d.h. GV findet nur an den unfruchtbaren Tagen statt) ist sehr sicher mit einem Pearl – Index von 0,8 (alles unter 1 ist sicher).

 

Schleimbeobachtungsmethode

Die meiste Zeit des Zyklus ist der Gebärmutterhals von einem Schleimpfropf verschlossen. Dies dient auch zur Abwehr von Krankheitskeimen und -erregern sowie zur Hinderung der Samenzellen in die Gebärmutter aufzusteigen. Um die Zeit des Eisprungs bewirken Östrogene, dass der Gebärmutterhalsschleim dünnflüssig und für Samenzellen durchlässig wird. Darüber hinaus wird auch mehr Schleim produziert, um den Samenzellen den richtigen Nährboden zu bieten. Diese Veränderungen können Sie mit etwas Übung beobachten und dann auch nach Erfahrung deuten. Doch auch diese Methode alleine gilt als äußerst unsicher, mit einem Pearl -Index von 5, da die Schleimbildung von vielen Faktoren beeinflusst wird.

 

Symptothermale Methode

Diese Methode ist eine Kombination aus der Schleimbeobachtungsmethode und der Temperaturmessung. Auch diese Methode gilt als nicht sicher, wenn man sie alleine anwendet und verweist auf einen Pearl-Index von 2,1 bis 2,3. Der Grund liegt darin, dass man den Zeitpunkt des Eisprungs nicht zu 100% vorhersagen kann, aufgrund dessen, dass man davon ausgeht, dass es auch am Beginn des Zyklus unfruchtbare Tage gibt. Dadurch vergrößert sich der Zeitraum an dem Geschlechtsverkehr möglich ist – damit steigt jedoch auch das Risiko schwanger zu werden.

 

Fazit: Gegen natürliche Verhütungsmethoden ist grundsätzlich nichts einzuwenden, wenn man sie beispielsweise mit einem Kondom kombiniert. Bis auf die Temperaturmethode sind alle anderen eher auf der unsicheren Seite und sollten deshalb nur verwendet werden, wenn man im Zweifelsfall mit einer Schwangerschaft kein Problem hat.

 

Autor: Redaktion / Katrin

Fotocredit: Alena TS/Shutterstock.com

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