Schwanger reisen

Schwangerschaft und Reisen

Bei einer unauffälligen Schwangerschaft spricht nichts gegen Reisen in der Schwangerschaft. Wichtig ist es jedoch, einige Regeln zu beherzigen und vor Reiseantritt noch eine Untersuchung vom Gynäkologen oder der Hebamme vornehmen zu lassen, um ganz sicher zu gehen, dass keine Komplikationen zu erwarten sind.

 

Das 2. Schwangerschaftsdrittel ist für Reisen in der Schwangerschaft am ehesten zu empfehlen. Dies betrifft die Zeit zwischen der 13. und 28. Schwangerschaftswoche, das sogenannte „Wohlfühlstadium“. Die ersten drei kritischen Monate sind gut überstanden, die Gefahr einer Fehlgeburt rapide gesunken und die Übelkeit ist bei den meisten Frauen verschwunden. Im dritten Trimester, also ab der 29. Schwangerschaftswoche, steigt dann die Gefahr einer Frühgeburt und die Schwangerschaftsbeschwerden können mit älter werdender Schwangerschaft zunehmen.

 

Bei der Auswahl des Reiseziels sollten einige wichtige Punkte beachtet werden. So sind extreme Klimaschwankungen, Höhen- oder Temperaturunterschiede zu vermeiden. Vor Abreise sollte geklärt sein, wie die medizinische Versorgung im Notfall ist. In einer Vielzahl von Urlaubsländern ist diese um ein vieles geringer, als in Zentraleuropa. Anfahrtswege zum nächsten Krankenhaus sind lang und Ärzte nur schwer zu erreichen. Oftmals stellt auch die Landessprache im Falle einer schnell benötigten Hilfe ein Problem dar. Eine Schwangere sollte in jedem Fall im Ausland immer eine Notiz in der Landessprache bei sich tragen, dass eine Schwangerschaft vorliegt. Ärzte und Hebammen raten von Reisen während der Schwangerschaft in Gebiete mit erhöhter Gefahr von Magen-Darm- oder anderen Infektionen ab. Eine Reise in ein Malariagebiet oder in andere tropische Länder, in denen vor Reiseantritt Impfungen nötig werden, sind am besten bis auf weiteres zu verschieben.

 

Bei einer unbedingt nötigen Reise in ein Malariagebiet wird dringend eine Prophylaxe empfohlen. Es gibt geeignete Medikamente, die auch während der Schwangerschaft eingenommen werden dürfen. Genaue Auskünfte dazu sind jedoch immer von einem Arzt einzuholen.

 

Geeignete Verkehrsmittel für Reisen in der Schwangerschaft

Gegen das Fliegen in der Schwangerschaft gibt es keine Einwände. Jedoch ist es wichtig, vor Buchung bei der Fluggesellschaft um genaue Auskunft zu bitten, denn einige Fluggesellschaften nehmen schwangere Frauen, ab der 32. oder 36. Schwangerschaftswoche nicht mehr mit. Bisher konnten für das Ungeborene keine Schäden durch Fliegen nachgewiesen werden. Aufgrund erhöhter Thrombosegefahr sollten Stützstrümpfe getragen werden und die Flugzeit nicht unbedingt 4 bis 5 Stunden überschreiten. Bei folgenden Indikationen darf in einer Schwangerschaft nicht geflogen werden: Mehrlings-Schwangerschaft , Placenta praevia, EPH-Gestose, Chronischen Herz- und Lungenerkrankungen, Thombophilie sowie Hämoglobinopathien.

 

Wegen Erschütterungen und damit einhergehend die mögliche Auslösung von Wehen wird allgemein von längeren Auto- oder Busfahrten in der Schwangerschaft abgeraten. Grundsätzlich ist das Autofahren in der Schwangerschaft aber durchaus möglich. Regelmäßige Pausen einplanen, um sich zwischendurch die Beine zu vertreten. Immer anschnallen! Wichtig ist beim Anlegen des Dreipunkt-Sicherheitsgurtes darauf zu achten, dass der horizontale Teil des Gurtes über dem knöchernen Becken und nicht über dem Bauch liegt. Sollte der Gurt zu eng werden, bietet der Fachhandel Verlängerungen für Gurtsysteme an.

 

Als am besten geeignetes Transportmittel wird von Experten einhellig die Bahn genannt. Das Unfallrisiko ist hier am geringsten, es besteht immer wieder die Möglichkeit kurz aufzustehen, umherzugehen oder die Beine hochzulegen und nicht zuletzt ist im Notfall immer Hilfe greifbar. Generell ist es gut, in der Schwangerschaft nicht allein zu verreisen, sondern immer in Begleitung.

Reisevorbereitungen in Ruhe treffen

Schwangere Frauen neigen oft zu Gedächtnislücken, denen am besten durch Vorbereitung in aller Ruhe vorbeugen kann. Schon am Vortag der Abreise Koffer packen und alle nötigen Gegenstände zurecht legen, die wichtigsten Utensilien nochmals mittels Checkliste zu überprüfen. Mutter-Kind-Pass, Krankenversicherungskarte und Notfallmedikamente sind am wichtigsten. Hebamme, Apotheke oder Arzt helfen gern bei der Zusammenstellung einer geeigneten Reiseapotheke. Zum Beispiel ist Magnesium ein besonders gut geeignetes Notfallmedikament bei Krämpfen oder vorzeitigen Wehen.

Fotocredit: Dubova/Shutterstock.com

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