Diagnose Behinderung

Diagnose: Baby mit Behinderung

Selektion: kein Baby mehr mit Behinderung wie Down Syndrom?

Nicht-invasive pränataldiagnostische Verfahren, wie Nackenfaltenuntersuchungen oder Organ-Screenings sind in den letzten Jahren zu einem selbstverständlichen Bestandteil der medizinischen Schwangeren-Vorsorge geworden. „Viele Frauen bekommen sogar den Eindruck vermittelt, dass diese Untersuchungen vorgeschrieben sind – das sind sie aber nicht“, weiß Strachota. „Viele sind sich dessen nicht bewusst, dass sie zu entscheiden haben, ob sie zum Beispiel eine Nackenfaltenmessung machen möchten oder nicht. Das steht einfach beim nächsten Termin auf dem Programm – und sie machen es, weil es scheinbar dazugehört, ohne zu wissen, worauf sie sich einlassen, und dass sie Entscheidungsfreiheit haben.“ Viele werdende Eltern glauben außerdem fälschlicherweise, dass sie nach unauffälligen Untersuchungsergebnissen oder negativen Befunden eine Garantie auf ein „normal gesundes“ Kind haben, bei dem „alles in Ordnung“ ist. Dabei gibt es viele pränatale Erkrankungen und Behinderungen, die durch PND-Untersuchungen im Moment noch gar nicht diagnostiziert werden können. „Im Großen und Ganzen geht es bei den heute üblichen pränatalen Untersuchungen um die gezielte Suche nach dem Down Syndrom“, betont Dr. Strachota. „Das ist ein Faktum.“

 

„Das Herz sagt nein, der Verstand sagt ja“ – Baby mit Behinderung

Viele der Frauen und Männer, die in „Zwischen Hoffen und Bangen“ ihre Erfahrungen mit der pränatalen Diagnostik schildern, kritisieren die mangelnde Information im Vorfeld der Untersuchungen. Den wenigsten war bewusst, worauf sie sich mit ihrem „Ja“ zu Nackenfaltenuntersuchung & Co eingelassen haben. Ob sie es wieder tun würden? Ein Mann, dessen Partnerin das Organscreening durchführen hat lassen, findet diese Untersuchung rückblickend betrachtet „absolut sinnlos“ und nur dann ratsam, wenn ein Schwangerschaftsabbruch in Frage kommt – „für unsere weiteren Kinder haben wir jedenfalls übereinstimmend beschlossen, keine Organ-Screenings mehr machen zu lassen.“ Eine Frau, die eine Amniozentese durchführen ließ, die schließlich keinen pathologischen Befund ergeben hat, schreibt: „…mein Herz würde nein sagen, mein Verstand würde wahrscheinlich wieder ja sagen.“

 

Autor: BabyExpress

Fotocredit: LightField Studios/Shutterstock.com

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