Implanon

Implanon (Hormonimplantat)

Das Hormonimplantat oder Implanon, wie es auch genannt wird, ist ein 4 cm langes und 2 mm dickes Stäbchen, das auf der Innenseite des Oberarms unter der Haut eingelegt wird und in Österreich seit dem Jahr 1999 auf dem Markt ist. Es zählt auch, wie die Pille oder das Hormonpflaster, zur breiten Palette der hormonellen Verhütungsmittel. Die Einlage des Implantates erfolgt unter lokaler Betäubung mittels einer kleinen Operation. Das Stäbchen enthält ein Hormondepot, aus dem ein, dem Gelbkörperhormon ähnliches, Gestagen über 3 Jahre lang in kontinuierlich gleich bleibende Mengen in den Körper abgegeben wird. Es wird dadurch, ähnlich wie bei der Pille, der Eisprung verhindert, der Schleimpfropf verdickt, und die Gebärmutterschleimhaut nur unvollständig aufgebaut.

Das Verhütungsmittel „Implanon“ ist nicht für jede Frau geeignet.

Die Zuverlässigkeit ist etwa mit der der Pille gleichzusetzen – diese liegt laut Pearl – Index bei 0,1. Es wird von der Frauenärztin oder dem Frauenarzt nach eingehender Untersuchung und Beratung eingelegt, was zwischen dem 1. bis 5. Tag der Monatsblutung erfolgt. Jedoch kann nicht jede Frau das Implanon verwenden. Frauen, die Gestagen – abhängige Tumore haben, nicht abgeklärte Blutungen aus der Scheide oder bestehende Erkrankungen mit Blutgerinnselbildung in Arterien oder Venen haben, oder aber auch wenn sie eine Überempfindlichkeit auf die Bestandteile des Implantates vorweisen, sollten eher ein alternatives Verhütungsmittel wählen und auf das Implanon verzichten.

Das Implanon hat einige Vorteile, wie beispielsweise die Zuverlässigkeit und die Tatsache, dass man nicht täglich an die Verhütung denken muss und so den Sex wahrscheinlich besser genießen kann. Ob es nun ein Vorteil oder ein Nachteil ist, wenn die Blutungen unregelmäßiger, schwächer oder stärker werden, oder aber auch bei 25 % aller Anwenderinnen zur Gänze ausbleiben, das sei dahingestellt. Auch der finanzielle Aspekt ist nicht 100%ig befürwortbar. Denn rechnet man auf 3 Jahre, dann liegt das Implanon preislich auf einem ähnlichen Niveau wie die Pille. Sollte es aber Gründe geben, es vorzeitig entfernen zu müssen, wäre es für diese Zeit eine teure Verhütungsmethode gewesen. Ein weiterer nicht so positiver Aspekt ist die Entfernung des Implanons, da dazu immer ein kleiner Eingriff nötig ist, und Sie praktisch abhängig sind von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin. Sie können auch keinen x-beliebigen Zeitpunkt für eine Schwangerschaft wählen, denn da müssen Sie es zuallererst einmal von einer Ärztin oder einem Arzt entfernen lassen. Auch Nebenwirkungen, wie Kopfschmerzen, Gewichtszunahme, Narbenbildung oder ein Spannungsgefühl in der Brust konnten beobachtet werden. Unregelmäßige Blutungen sind keine Seltenheit, und Kontrolluntersuchungen sind alle 6 – 12 Monate durchzuführen.

 

Alles in allem ein Verhütungsmittel, das im punkto Zuverlässigkeit der Pille um nichts nachsteht, aber wesentlich mehr Nebenwirkungen aufweist. Da jede Frau anders und individuell ist, sind es glücklicherweise auch die Verhütungsmittel – sie sind ja immer noch großteils Frauensache.

 

Autor: Redaktion / Katrin

Fotocredit: PAKULA PIOTR/Shutterstock.com

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