geburt und muttermund

Geburt und Muttermund

Die Geburt und der Muttermund gehören fest zusammen. Jede Frau, die ein Kind bekommt, wird diesen Begriff vor oder während der Geburt hören. Was ist dieser berühmte Muttermund und warum hat er so eine große Bedeutung? Der untere Teil der Gebärmutter wird Zervix (Gebärmutterhals, „Portio“) genannt. Am unteren Ende der Zervix befindet sich der äußere Muttermund. Bei einer Geburt muss sich zuerst die etwa 3-4cm lange Zervix komplett verkürzen. (Die Portio ist dann aufgebraucht) Anschließend kann sich der Muttermund öffnen.

Funktion des Muttermundes bei der Geburt

Zu Beginn der Schwangerschaft ist der Muttermund fest verschlossen, die Zervix ist etwa 4cm lang. Gegen Ende der Schwangerschaft verkürzt sich die Zervix und auch der Muttermund kann sich schon etwas öffnen. Dies geschieht meist durch den zunehmenden Druck des Kindes nach unten und die immer öfter auftretenden Vorwehen.

Beginnen nun die richtigen Geburtswehen, verkürzt sich die Zervix bis auf das Minimum und der Muttermund beginnt sich zu öffnen. Auch das vorangehende Kindsteil (Schädel oder Steiß) tritt im Verlauf der Geburt tiefer. Wenn der Muttermund 10 Zentimeter, also vollständig, geöffnet ist, kann das Kind komplett durch den Geburtskanal treten und geboren werden. Unmittelbar nach der Geburt beginnt der Muttermund sich wieder zu verschließen und bleibt nach etwa einer Woche nur noch einen Spalt offen, damit der Wochenfluss abfließen kann.

Warum wird der Muttermund untersucht?

Durch das Tiefertreten des Kopfes und die Eröffnung des Muttermundes wird eine Effektivität der Wehen und eine regelrechte Einstellung des vorangehenden kindlichen Teiles bestätigt. Bei einer vaginalen Untersuchung kann bestimmt werden:

  • die Länge der Zervix
  • die Konsistenz und Weite des Muttermundes
  • der Höhenstand des vorangehenden Kindsteiles
  • die Einstellung des Kindes im Becken

Durch die Schädelnähte und Fontanellen am kindlichen Kopf kann die Hebamme erkennen, wie das Kind im Becken steht. Weiters kann ertastet werden, ob die Fruchtblase noch intakt ist oder die Nabelschnur vorliegt. Bleibt die Eröffnung des Muttermundes aus oder tritt das Kind nicht tiefer, muss die Ursache hierfür gefunden und behandelt werden. Aus diesem Grund wird etwa 2stündlich bzw. bei Besonderheiten eine vaginale Untersuchung vorgenommen.

Wie wird der Muttermund untersucht?

Der Muttermund wird durch eine vaginale Untersuchung getastet. Hierbei führt die Hebamme (oder der Arzt/ die Ärztin) 2 Finger in die Scheide der Frau um den Muttermund am Ende der Scheide zu ertasten. Diese Untersuchung wird auch bei einer ärztlichen gynäkologischen Routineuntersuchung durchgeführt. Die Untersuchung kann unangenehm sein, soll jedoch nicht schmerzen.

 

Autor: Laura Jenewein, Hebamme

Fotocredit: Tyler Olson/Shutterstock.com

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