nahrungsergänzungen

Nahrungsergänzungen in der Schwangerschaft

Nahrungsergänzungsmittel ist ein weiter Begriff für eine große Gruppe von Produkten, die Mikronährstoffe, pflanzliche Komponenten oder probiotische Mikroorganismen enthalten können. Nahrungsergänzungen haben keinen guten Ruf, weil sich unter diesem Begriff auch eine große Zahl unsinniger Präparate wieder finden, die mit teilweise unzutreffenden Werbeaussagen arbeiten. Nahrungsergänzungsmittel ist aber ein rechtlicher Begriff und in diese Kategorie fallen auch seriöse, notwendige und von Experten empfohlene Präparate. Die ausreichende Aufnahme von Mikronährstoffe, die in der Schwangerschaft dringend benötigt werden, wie Folsäure, Vitamin D, Eisen, Jod, ß-Carotin oder die Omega-3 Fettsäure DHA, kann durch verantwortungsvolle und qualitativ hochwertige Nahrungsergänzungen sichergestellt werden.

 

Wie kann man erkennen, ob eine Nahrungsergänzung für Schwangere und Stillende geeignet ist:

 

Zusammensetzung und Dosierung

Das Nahrungsergänzungsmittel muss auf die speziellen Bedürfnisse von Schwangeren und Stillenden abgestimmt sein. Gängige Vitaminpräparate enthalten nicht ausreichend Folsäure um einen erhöhten Bedarf zuverlässig zu decken. Wer sicher sein möchte, sollte sich auch die vom Arzt empfohlenen Produkte genau ansehen. Denn viele gängige Nahrungsergänzungen für die Schwangerschaft enthalten zwar Folsäure aber in machen Fällen kein Vitamin D, kein Eisen oder kein Jod.

 

Qualitätsgeprüfte Inhaltsstoffe

Gerade bei Fischöl-Kapseln, die die essentielle Omega-3 Fettsäure DHA (Docosahexaensäure) für die Gehirnentwicklung des Kindes liefern sollen, gibt es große Unterschiede in der Qualität. Für Schwangere und Stillende muss das verwendete Fischöl konzentriert und standardisiert sein, so dass der Gehalt an DHA mindestens 200 mg pro Tagesdosis beträgt. Außerdem sollte das Fischöl einen mehrstufigen Reinigungsprozess durchlaufen haben, bei dem Schwermetalle und andere Schadstoffe entfernt werden. Qualitäts-Nahrungsergänzungsmittel bieten auf dem Etikett genaue Informationen über das verwendete Fischöl.

 

Reinsubstanzen

Wer sich die Zutatenlisten von Nahrungsergänzungen in der Schwangerschaft genauer ansieht, kann es oft gar nicht glauben. Neben den tatsächlichen Wirkstoffen (also den Vitamin- und Mineralstoffverbindungen) findet sich meist eine nicht unbeträchtliche Menge von Zusatzstoffen, die aus technologischen, farblichen, geschmacklichen oder sonstigen Gründen zugesetzt werden. Erkennbar sind diese Stoffe auch an ihren E-Nummern. Viele dieser Stoffe sind gerade in der Schwangerschaft, aber auch sonst, unerwünscht. Dass dies nicht unbedingt so sein muss, beweisen Qualitätspräparate,  die nach dem Reinsubstanzenprinzip hergestellt werden. Dabei wird konsequent auf unerwünschte Zusätze verzichtet.

 

Gefährdung durch Nahrungsergänzungen

Zurzeit gehört es in der Presse offensichtlich zum guten Ton auf die generelle Gefährlichkeit von Nahrungsergänzungsmittel hinzuweisen. Tatsache ist, dass Nahrungsergänzungsmittel, die von deutschen und österreichischen Firmen vertrieben werden, strengen rechtlichen Vorgaben entsprechen müssen und – anders als Arzneimittel – nur physiologisch niedrig dosiert sein dürfen. Studien, bei denen ein erhöhte Vitaminzufuhr zu einem erhöhtem Sterberisiko führten, wurden an älteren, zum Teil bereits kranken Patienten mit hohen Dosierungen durchgeführt. Leider erfreuen sich die Gegendarstellungen zum Thema, teils von führenden Wissenschaftlern wie Prof. Biesalski, nicht der gleichen Aufmerksamkeit wie die angebliche Schreckensmeldung. Zusammenfassend ist zu sagen, dass Nahrungsergänzungsmittel für viele Personengruppen, darunter auch für Schwangere und Stillende, eine sinnvolle Möglichkeit darstellen um die Versorgung mit kritischen Mikronährstoffen sicher und zuverlässig zu gewährleisten. Damit liefern sie einen bedeutenden Beitrag für einen gesunden Schwangerschaftsverlauf und für die gesunde Entwicklung des Kindes. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung bleibt aber dennoch immer die wichtigste Form der Mikronährstoffzufuhr.

 

Sinnvolle Nahrungsergänzungsmittel für Schwangere und Stillende:

 

Empfohlen:

  •  Ein speziell für Schwangere konzipiertes Multi-Vitamin / Mineralpräparat, das alle kritischen Mikronährstoffe liefert einschließlich Folsäure, Jod und Vitamin B6, B1,Vitamin D, Eisen
  •  Ein Omega 3- Fischöl Präparat das mindestens 200 mg Docosahexaensäure enthält

Bei vielen Schwangeren und Stillenden sinnvoll:

  •  Ein Calciumpräparat für die Knochengesundheit
  •  Ein Magnesium Präparat für die Muskulatur und das Nervensystem
  •  Ein probiotisches Nahrungsergänzungsmittel zur Verbesserung der Darmflora von Mutter und Kind
  •  L-Carnitin, eine körpereigene Substanz, die in der Schwangerschaft vermehrt benötigt wird
  •  Spezialpräparate: z.B. Ein Eisenpräparat, wenn der Arzt eine unzureichende Versorgung festgestellt hat; ein Zinkpräparat zur Behandlung von Schwangerschaftsakne oder ähnliches

Unnötig:

  •  Die Ergänzung einzelner Vitamine oder Mineralstoffe in hoher Dosierung
  •  Einzelne Aminosäuren

Mit Vorsicht zu behandeln:

  •  Nahrungsergänzungen, die Pflanzenextrakte oder Pflanzenbestandteile enthalten, für die noch keine Unbedenklichkeitsstudien für Schwangerschaft und Stillzeit vorliegen. Das bedeutet nicht notwendigerweise eine Gefahr, damit wird nur ausgedrückt, dass man bisher offiziell die Unbedenklichkeit (noch) nicht festgestellt hat

 

Autor: Dipl.-oec.-troph.-univ. Barbara Fäth-Neubauer

Fotocredit: Antonio Guillern/Shutterstock.com

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