evra

Das Hormonpflaster „Evra“

Das Hormonpflaster zählt, wie der Name schon sagt, zur breiten Palette der hormonellen Verhütungsmöglichkeiten. Es enthält eine Kombination aus einem Östrogen und einem Gestagen. Diese Hormone werden transdermal, also über die Haut an den Organismus abgegeben und es ist in Österreich unter dem Namen „Evra“ erhältlich. Das Pflaster wird auf die Haut aufgeklebt, wonach es seine empfängnisverhütende Wirkung entfaltet, indem es sieben Tage lang kontinuierlich Östrogen und Gestagen freisetzt – und zwar jeweils 20 Mikrogramm Ethinylestradiol und 150 Mikrogramm Norelgestromin pro Tag. Die verabreichten Hormone unterdrücken, so wie bei der Pille, den Eisprung, wobei zusätzlich die Einnistung einer befruchteten Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut, verhindert wird und sich die Konsistenz des Schleimpfropfs dahingehend verändert, dass Spermien nur mehr sehr schwer in die Gebärmutter gelangen können.

Verwendung der Verhütungsmethode „Hormonpflaster“

Das Pflaster ist in etwa 20 Quadratzentimeter groß und wird ganz einfach auf den Bauch, den Oberkörper, das Gesäß oder an die Außenseite des Oberarmes geklebt. Die Hautstelle darunter sollte sauber, trocken und unbehaart sein, außerdem darf das Pflaster nicht auf die Brüste oder gerötete, gereizte Stellen geklebt werden. Zusätzlich sollte die Hautstelle nicht durch zu enge Kleidung irritiert werden. Das Pflaster haftet sehr gut auf der Haut, sodass bei der Herstellung darauf Bedacht genommen wurde, dass es sich nicht so leicht lösen kann. Sollte sich das Pflaster trotzdem lösen, beispielsweise durch zu fettige Lotionen oder Cremes, und dies für weniger als 24 Stunden abgelöst sein, so bleibt der Empfängnisschutz trotzdem erhalten. Konnte das Hormonpflaster hingegen länger als 24 Stunden keine Hormone abgeben, muss der Zyklus beendet, und sofort ein neuer begonnen werden. Der Tag, an dem das Pflaster regelmäßig zu tauschen ist, verschiebt sich dann entsprechend. In den ersten sieben Tagen empfiehlt der Hersteller zusätzlich ein mechanisches Verhütungsmittel, als Sicherheit.

 

Evra wird über 21 Tage hinweg angewandt und dabei alle 7 Tage gewechselt. Pro Zyklus benötigen Sie also 3 Pflaster. Nach diesen 21 Tagen kommt es, wiederum ähnlich wie bei der Pille, zu einer Anwendungspause. Die letzte Woche ist also pflasterfrei – die monatliche Blutung setzt ein.

 

Geeignet ist es grundsätzlich für alle Frauen, die auch die Pille vertragen und zusätzlich für all jene, die an einem Magen-Darm-Problem leiden, da die Hormone über die Haut in die Blutbahn gelangen. Auch Durchfall und Erbrechen beeinflussen somit den Schutz nicht – ein eindeutiger Pluspunkt für das Evra. Ein zusätzlicher großer Vorteil ist natürlich, dass Sie nicht jeden Tag an Verhütung denken müssen, sondern nur einmal in der Woche. Ein eindeutiger Nachteil ist, dass das Pflaster für Frauen, die über 90 kg wiegen, nicht empfohlen wird. Nebenwirkungen, wie Kopfschmerzen, Hautreizungen und Schmerzen während der Regelblutung, können auch nicht gerade als vorteilhaft bezeichnet werden. Des weiteren sollten Sie es täglich im Auge behalten. Wenn Sie starke Raucherin sind, Sie an einer schweren Lebererkrankung leiden oder mit hohem Blutdruck oder Diabetes zu kämpfen haben, sollten Sie ebenfalls lieber auf ein anderes Verhütungsmittel zurückgreifen.

 

Autor: Redaktion/Katrin

Fotocredit: science photo/Shutterstock.com

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