
Der Kaiserschnitt ist die größte geburtshilfliche Intervention. Es handelt sich um eine große Bauchoperation, mit allen Folgen und Risiken die eine solche Operation mit sich bringt. Da die Kaiserschnittraten kontinuierlich steigen, steigen auch die Langzeitfolgen und Beeinträchtigungen für F rauen nach einer operativen Geburt.
Jede fünfte Frau gibt an, ihre Kaiserschnittnarbe sei nicht problemlos verheilt. Die am häufigsten genannten Beeinträchtigungen, reichen von Wundheilungsstörungen, Verwachsungen im Bauchraum, Narbenverwachsungen wie Narbenwülsten bis hin zu Sensibilitätsstörungen im Narbenbereich. Häufig lässt auch das optische Aussehen der Narbe zu wünschen übrig.
Frauen spüren ihre Narbe durch Empfindungen, wie Brennen/Stechen/Ziehen/Schmerzen und Jucken der Kaiserschnittnarbe. Viele klagen auch über anhaltende Unterleibsschmerzen, Erschöpfung, Verspannungen und verspäteten Milcheinschuss. Wetterfühligkeit, Taubheits- und Sensibilitätsstörungen und das Spüren der Narbe bei körperlicher Belastung können Langzeitfolgen sein.
Aus Sicht der TCM ist ein so großer Eingriff immer einen traumatisches Erlebnis und erzeugt einen energetischen Schockzustand. Wenn es sich noch dazu um einen Notfallseingriff handelt, erleidet man zusätzlich zu dem körperlichen auch ein psychisches Trauma. Auf der körperlichen Ebene werden durch den horizontalen Schnitt drei Energieleitbahnen durchtrennt: der Chong Mai, der Ren Mai und der Nieren Meridian. Diese versorgen unter anderem den Unterleib und das Becken mit Energie. Die Beschwerden rühren von einem ausgeprägten Qi- und Blutmangel und von der Unterbrechung des Energieflusses, vor allem im Bereich unterhalb der Narbe.
Die Therapie nach Kaiserschnitt besteht vor allem darin Qi und Blut zu stärken, um den Heilungsprozess zu fördern und die Wundheilung zu beschleunigen. Dies wird in erster Linie durch chin. Kräutertees, so genannte Dekokte und eine Qi- und Blutbildende Nahrung erreicht. Um den Energiefluss wieder herzustellen und Sensibilitätsstörungen zu behandeln, wird die Kaiserschnittnarbe mittels Akupunktur entstört. Zusätzlich hat sich die tägliche Massage der Narbe mit Arnica- oder Ringelblumensalbe bewährt. Die Massage sollte allerdings in Meridianrichtung, also von oben nach unten und nicht im horizontalen Narbenverlauf erfolgen. Wenden Sie sich zur Behandlung nach Kaiserschnitt an einen erfahrenen TCM Therapeuten (Arzt oder Hebamme).
Ginsengtee kurz vor (wenn möglich) und nach der Operation stärkt das Qi und hält den Qi Verlust in Grenzen. Ab dem dritten postoperativen Tag hilft lange gekochte Hühnersuppe mit chinesischen Datteln und Angelikawurzel, ebenfalls das Qi und das Blut wieder schnell aufzubauen.
Autor: Brigitte Theierling
Behandlung_nach_Kaiserschnitt_gemaess_TCM-schwangerschaft.pdf [109,08 kB]
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