
Die Phototherapie ist eine Möglichkeit, starke Gelbsucht beim Neugeborenen zu behandeln. Dabei wird das Baby mit kurzwelligem, blauem Licht bestrahlt und das Bilirubin, das die Gelbsucht verursacht, wird chemisch umgewandelt, sodass es über die Gallenflüssigkeit und die Nieren ausgeschieden werden kann.
Bilirubin ist eine gelbliche Substanz, die vor allem aus dem Abbau roter Blutkörperchen stammt. Unsere Leber hat die Aufgabe, Bilirubin chemisch so zu verändern, dass es wasserlöslich und somit vom Körper ausgeschieden werden kann. Da die Leber eines Neugeborenen für den Ablauf dieses Prozesses oft noch nicht ganz in der Lage ist, entwickeln etwa 60% der reifen Neugeborenen eine Gelbsucht (Ikterus). Diese ist durch einen erhöhten Bilirubingehalt im Blut messbar und drückt sich äußerlich durch eine Gelbfärbung der Haut und bei stärkerer Gelbsucht auch durch Gelbfärbung der Augen aus.
Mit der Phototherapie macht man sich die positiven Eigenschaften des Lichts zunutze. Es gibt zwei Arten der Bestrahlung. Eine Möglichkeit ist es, das Baby in einem Wärmebett oder Inkubator zu bestrahlen. Über dem Neugeborenen sind konventionelle Lampen mit Leuchtröhren platziert und beleuchten es mit Licht der Wellenlängen im blauen Bereich. Da eine möglichst große Hautfläche bestrahlt werden sollte, sollte das Baby nur mit einer kleinen Windel bekleidet werden. Die Alternative dazu sind fiberoptische Leuchtmatten, die in das Bettchen gelegt werden und auf die das Neugeborene nackt gelegt werden kann. Wichtig ist, dass das Kind während der Bestrahlung nie allein gelassen wird und auf ausreichende Flüssigkeitsaufnahme geachtet wird.
Die Phototherapie sollte bei einem deutlich erhöhten Bilirubinwert und nur bei Überschreitung eines festgelegten Grenzwertes zum Einsatz kommen, da sie für die erkrankten Kinder Folgen haben kann. Die meisten Neugeborenen mit Gelbsucht bedürfen keiner speziellen Behandlung – ein heller Schlafplatz mit Sonneneinstrahlung genügt. Nebenwirkungen der Phototherapie sind, dass es durch die Lichteinstrahlung zu einer erhöhten Wasserverdunstung über die Haut kommt und der kleine Organismus mit einem erhöhten Wasser- und Salzverlust zurechtkommen muss. Flüssigkeitsverlust, Durchfall und Temperaturinstabilität können die Folge der Phototherapie sein. Zusätzlich belastet das Licht die Haut des Neugeborenen. Manche Kinder entwickeln eine Dermatitis. Die Augen des Kindes müssen unbedingt durch eine Augenbinde geschützt werden. Trotz dieser Nebenwirkungen, die auch nicht alle bestrahlten Kinder im gleichen Ausmaß betreffen, ist die Phototherapie eine unerlässliche und unterstützende Therapie, damit das Neugeborene die Gelbsucht bewältigen kann.
Phototherapie beim Neugeborenen.docx [14 KB]
Autor: Redaktion / Birgit
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