
Ab dem vierten Monat ist die Entwicklung des Hörapparates Ihres Ungeborenen abgeschlossen und der Hörnerv nimmt seine Funktion auf. Die ersten Geräusche, die Ihr Kind wahrnimmt sind die Klänge Ihres Körpers: Ihr Herzschlag, Ihre Stimme und Ihr Atem, aber auch das Gurgeln Ihrer inneren Organe. Besonders die verschiedenen Klangfarben, die Frequenzen und Melodien Ihrer Stimme sind sehr prägend für das Kind. Sie übermitteln quasi Ihre Stimmung (Freude, Ärger etc.) und Ihre Gemütslage an das werdende Kind, die erste Kommunikation findet statt. Ebenso prägend ist Ihre Stimme für die emotionale und geistige Entwicklung des Kindes.
In seiner, im Jahr 1981 erschienen Studie „Der Klang des Lebens, hat der Pariser Hals-Nasen-Ohren-Arzt Alfred Tomatis wissenschaftlich bewiesen, dass durch Töne Schwingungen erzeugt werden, die das Gehirn direkt mit Energie versorgen. Geistige Wachheit, Vitalität und Kreativität, Bewusstsein, Denkfähigkeit, Gedächtnis und Wille haben also hier ihren Ursprung. Wir brauchen die Ohren somit nicht nur zum Hören und für unseren Gleichgewichtssinn. Ebenso ist wissenschaftlich bewiesen, das bereits Ungeborene bestimmte Musikstücke mögen und andere durchaus ablehnen (oft durch heftiges strampeln erkennbar). So wirken konsonante Klänge, Molltonarten und schwebende Rhythmen auf die meisten Menschen beruhigend, während Dur-Tonarten, Dissonanzen und stark akzentuierte Rhythmen eher belebend bis aufregend wirken.
Ein tiefer Entspannungszustand tritt dann ein, wenn die Pulsfrequenz bei 60 Schlägen pro Minute liegt und dieser Zustand eine Weile gehalten wird. Aus diesem Grunde wird Entspannungsmusik genau im Rhythmus von 60 Schlägen pro Minute aufgenommen. Daher wird besonders klassische Musik empfohlen, um Entspannung bei Ihnen und Ihrem Kind auszulösen. Die Reaktionen eines Kindes auf Klänge und Musik wurde in den letzten Jahren planmäßig erforscht. Die Erkenntnisse daraus hat sich die Musikindustrie zu Nutze gemacht und diverse CD`s mit Musik, speziell für Schwangere, auf den Markt gebracht. Auf diesen CD´s findet man folgende Titel besonders oft: Mozart, „Die kleine Nachtmusik“; Largo aus dem 21. Klavierkonzert; Beethoven´s „Adagio aus dem 5. Klavierkonzert“; Brahms „Wiegenlied“; Bachs Flötensonaten, Choral "Wachet auf ruft uns die Stimme" aus BWV Cantate 140 und Vivaldi „Die vier Jahreszeiten - Flötenkonzerte, Violinkonzerte“.
Doch müssen Sie nicht auf Biegen und Brechen anfangen klassische Musik zu hören, wenn Ihnen dies widerstrebt. Auch hier gilt, was Ihnen gut tut, tut Ihrem Baby gut. Denken Sie daran, dass das Kind nie weg hören kann. Lärm, Streit oder Dauerberieselung durch Fernsehen und Radio können zum Stressfaktor werden, das Gleiche gilt für zu laute und synthetisch hergestellte Klänge. Nutzen Sie also auch jede Gelegenheit, sich in die Stille zurück zu ziehen. Finden Sie in aller Ruhe heraus, auf welche Musik Ihr Kind positiv reagiert, vielleicht ist es Metallica oder Nelly Furtado oder irgendeine andere Musik.
Diese Kenntnisse können Ihnen auch nach der Geburt weiterhelfen. Experimente mit Neugeborenen in einer Pariser Klinik haben gezeigt, dass Babys auf eine ganz bestimmte Art und Weise an ihren Schnullern nuckeln und sich entspannt fühlten, wenn ihnen bereits bekannte Musikstücke vorgespielt wurden. Auch auf der Frühchenstation konnte dieses Phänomen nachvollzogen werden. Musikstücke oder Lieder, die die Mutter ihrem Kind während der Schwangerschaft vorgespielt oder vorgesungen hatte, wurden auf CD aufgenommen und dem Frühgeborenen direkt in den Brutkasten übertragen. Die musikliebenden Babys können die Frühchenstation weitaus eher verlassen, als Babys ohne musikalische Unterstützung. Dieses Wissen wird mittlerweile in manchen Krankenhäusern genutzt um Frühchen auch die Stimme von Mutter oder Vater vorzuspielen.
Autor: Redaktion / Diana
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